https://www.faz.net/-gv6-157ut

Blick auf den Finanzmarkt : Dax auf neuem Jahreshoch

  • Aktualisiert am

Gut behauptet ist der deutsche Aktienmarkt am Montag in den Handel gestartet. Kurstreibend wirken gute Vorgaben von Wall Street und den asiatischen Börsen sowie positive Unternehmensnachrichten und Hochstufungen, heißt es anhaltend optimistisch.

          Gut behauptet ist der deutsche Aktienmarkt am Montag in den Handel gestartet. Kurstreibend wirken gute Vorgaben von Wall Street und den asiatischen Börsen sowie positive Unternehmensnachrichten und Hochstufungen. Den enttäuschenden amerikanische Arbeitsmarktbericht vom Freitag haben die Märkte damit abgeschüttelt. „Das bedeutet aber auch, dass die Notenpresse in den Vereinigten Staaten nicht vorzeitig abgestellt wird und somit neuen Treibstoff für die Fortsetzung der Liquiditätshausse liefert“, so ein Broker. Es sei zwecklos, sich gegen dieses Momentum zu stellen. Der Dax steigt gegen 9.55 Uhr um 0,7 Prozent oder 48 auf 7.263 Punkte - ein neues Jahreshoch.

          Konjunkturdaten gibt es am Montag fast keine: Für neue Impulse könnte lediglich der deutsche Auftragseingang im Dezember sorgen. Nach einem Plus von 5,2 Prozent im November lautet der Volkswirtekonsens auf einen Rückgang um 1,5 Prozent binnen Monatsfrist. Wegen des Winterwetters sehen Ökonomen das Prognoserisiko dabei auf der „Downside“. Charttechnisch liegt der nächste Widerstand für den Dax im Bereich des Jahreshochs von 7.227 Punkten. Auf diesem Niveau liegen auch die Verlaufshochs aus dem Jahr 2008. Adidasaktien legen 1,2 Prozent zu auf 46,55 Euro. Das Unternehmen möchte im laufenden Jahr in China die Umsatz-Milliarde knacken. Banken laufen europaweit weiter. Am Freitag hatte Goldman Sachs den gesamten Sektor hochgestuft, zudem gibt es zahlreiche Einzel-Hochstufungen. So hat am Berichtstag die Commerzbank die Aktien der Deutschen Bank auf „Kaufen“ erhöht. Deutsche Bank steigen um 0,7 Prozent auf 46,52 Euro, Commerzbank um 0,6 Prozent auf 5,80 Euro.

          Bremsend auf den Dax wirkt das leichte Minus der Autohersteller. VW geben 0,3 Prozent ab, Daimler 0,1 Prozent und BMW 0,3 Prozent. ThyssenKrupp leiden unter einer Herabstufung durch HSBC auf „Neutral“ nach „Übergewichten“ und geben 0,2 Prozent nach auf 30,62 Euro. Deutsche Börse fallen um 0,2 Prozent auf 56,74 Euro. Als belastend werten Händler einen Bericht der „Wirtschaftswoche“, wonach Bundesbankvorstand Joachim Nagel das High Frequency Trading notfalls per Gesetz begrenzen will. „Dieser ultraschnelle Handel macht mittlerweile rund 50 Prozent des Umsatzes der Deutschen Börse aus“, sagt ein Broker. Sollte die Bundesbank ernst machen, würden diese Einnahmen fehlen. Im MDax springen GEA um 4,2 Prozent auf 22,34 Euro. Die vorläufigen Zahlen zum vierten Quartal 2010 von GEA werden im Handel als „sehr ordentlich“ bezeichnet. Der Auftragseingang sei deutlich über den Erwartungen ausgefallen. Noch dazu stimme die Margenqualität, und der Dividendenvorschlag für 2010 übertreffe die Markterwartungen klar. SGL Carbon verlieren 1,9 Prozent auf 27 Euro glatt. Die Aktien wurden von UBS auf „Neutral“ nach „Kaufen“ gesenkt. Solarworld im TecDax springen sogar um 8 Prozent auf 8,44 Euro. Die Zahlen des Solarunternehmens werden als positiv eingestuft. Ebit und Nettogewinn seien etwas besser als erwartet ausgefallen, während die Umsätze sich im Rahmen der Schätzungen bewegten. Zudem hat Credit Suisse die Aktie auf „Outperform“ nach „Neutral“ erhöht. Air Berlin steigen nach Verkehrszahlen für den Monat Januar um 1,1 Prozent auf 3,49 Euro. Grundsätzlich seien die Zahlen zwar positiv zu bewerten, heißt es im Handel. Allerdings reiche die Verbesserung wohl nicht aus, die zusätzlichen Kosten durch die steigenden Treibstoffpreise und die neue Luftverkehrsabgabe zu kompensieren.

          Eurokurs steigt wieder über die Marke von 1,36 Dollar

          Der Kurs des Euro ist am Montag im frühen Handel über die Marke von 1,36 Dollar gestiegen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,3612 Dollar gehandelt. Ein Dollar war 0,7344 Euro wert. Im asiatischen Handel hatte der Euro zeitweise nur 1,3562 Dollar gekostet. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag noch auf 1,3631 (Donnerstag: 1,3745) Dollar festgesetzt. Händler erwarten zunächst keine größeren Kursausschläge. Abgesehen von den Auftragseingängen der deutsche Industrie werden keine wichtigen Konjunkturdaten erwartet. In der vergangenen Woche war der Euro unter Druck geraten, nachdem sich EZB-Präsident Jean-Claude Trichet nicht mehr ganz so besorgt hinsichtlich der Inflation gezeigt hatte.

          Tokioter Börse erreicht zum Wochenauftakt Neun-Monats-Hoch

          Die Aktienmärkte in Fernost sind mit Elan in die neue Woche gestartet. Treibende Kraft waren am Montag die jüngsten Zahlen vom amerikanische Arbeitsmarkt. Die Erwerbslosenquote fiel dort im Januar auf ihren tiefsten Stand seit 21 Monaten. Obwohl der Stellenaufbau wegen des strengen Winters nur schleppend ausfiel, fassten die Märkte die Daten als weiteren Hinweis für eine Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft auf. Besonders stark legten die Börsen in Südkorea und Japan zu. Den Tokioter Markt belebten zudem die ermutigenden Zahlen japanischer Unternehmen aus der vergangenen Woche und der schwächere Yen. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 0,5 Prozent fester bei 10.592 Punkten. Im Handelsverlauf kletterte er mit 10.644 Zählern auf seinen höchsten Stand seit neun Monaten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg ebenfalls um 0,5 Prozent auf 940 Punkte. In Tokio konzentrierten sich daher die Anleger auf die Titel großer Exporteure - aber auch weil viele große High-Tech-Firmen mit ihren Ergebnissen die Börse überzeugten. Der Hauptgrund für den Mut der Investoren seien die langfristigen Wachstumsperspektiven zahlreicher Firmen, sagte Mitsuo Shimizu von Cosmo Securities. Auch viele Anleger aus Übersee seien wieder aktiv. Der Nikkei könne in diesem Monat noch die Marke von 11.000 Punkten knacken. Viele Investoren haben in diesem Jahr ihr Geld aus Schwellenländern abgezogen und es in Industrieländern angelegt. Ein Grund sind Inflationssorgen. Mit Spannung erwartet der Markt die Geschäftszahlen des weltgrößten Autobauers Toyota, die am Dienstag vorgelegt werden. Am Montag schlossen die Titel 0,9 Prozent im Plus.

          Börsen in Seoul schließen etwas fester - Gewinnmitnahmen bremsen

          Die Börse in Seoul hat am Montag etwas fester geschlossen und damit temporär höhere Gewinne nicht gehalten. Der Kospi gewann zum Handelsschluss 0,5 Prozent oder 10 Punkte auf 2.082, wobei Gewinnmitnahmen in zuletzt besonders gut gelaufenen Werten den südkoreanischen Leitindex von den Tageshochs zurückholten. Die Kurssteigerungen an Wall Street hätten den Markt zu Handelsbeginn gestützt und den Index zunächst auf das Tageshoch gehievt. „Anleger bleiben misstrauisch wegen der Sorgen über die Inflationsentwicklung in den Schwellenländern und möglicher Zinsanhebungen in China und Südkorea im laufenden Monat“, sagte Händler Bae Sung-young von Hyundai Securities. Sollte der Dollar unter die Marke von 1.100 Won fallen, dürfte dies zudem die Exportchancen der entsprechenden Sektoren und Branchen treffen, hieß es weiter mit Blick auf die Aufwertung der südkoreanischen Landeswährung. Die amerikanische Währung fiel am Berichtstag auf 1.107,50 Won nach 1.116,90 Won am 1. Februar. Zwischenzeitlich erholte sich der Dollar jedoch von Notierungen um 1.104 Won. „Langfristig orientierte Anleger bleiben dem Markt jedoch treu, weil sie die Wachstumsperspektiven und den anziehenden Konsum zu schätzen wissen“, beschwichtigte ein Händler. In der laufenden Woche erwarten Marktteilnehmer den südkoreanischen Leitindex in einer Spanne zwischen 2.050 und 2.180 Zählern. Zu den Verlierern zählten die Schwergewichte von Samsung Electronics, die um 1,1 Prozent auf 972.000 Won nachgaben. Gebremst wurde der Markt aber auch von den Sektoren Schiffsbau und Energie. Für Hyundai Heavy Industries ging es um 2,5 Prozent auf 474.000 Won talwärts, SK Innovation büßten 3,2 Prozent auf 195.000 Won ein.

          Börse Chinas (Hongkong) tendieren mittags etwas leichter

          Die Börse in Hongkong zeigt sich am Montagmittag (Ortszeit) mit etwas leichterer Tendenz, während die chinesische Leitbörse in Schanghai auf Grund der Neujahrsfeiertage weiterhin geschlossen ist. Nach Ende der ersten Handelsphase, die zugleich die erste im neuen Jahr darstellt, verliert der HSI 0,5 Prozent oder 118 auf 23.791 Punkte. Händler bezeichnen den Handel als Ouvertüre zur anstehenden Berichtssaison. Diese dürfte ein echter Härtetest für den Index in Hongkong werden, heißt es weiter. Trotz des politischen Gegenwinds halte sich die Börse insgesamt recht wacker, sagt ein Marktteilnehmer. Ein Faktor dabei sei, dass die Bewertungen recht günstig seien. Die meisten Schwergewichte notieren derweil im Minus, wobei Hang Lung Properties mit einem Abschlag von 2,9 Prozent auf 33,55 Hongkong-Dollar die Liste der Tagesverlierer anführen. Im Gegensatz dazu steigen Esprit im Vorfeld des für Dienstag avisierten Geschäftsausweises um 3,3 Prozent auf 39,00 Hongkong-Dollar. Mit Manulife präsentiert sich ein weiterer Wert auffällig, die Aktie legt um 5,3 Prozent auf 147,80 Hongkong-Dollar zu. Das Unternehmen legt am Donnerstag Geschäftszahlen vor.

          Ölpreise erholen sich etwas von Freitagsverlusten

          Die Ölpreise haben sich am Montag im asiatischen Handel etwas von ihren Freitagsverlusten erholt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im März kostete 100,30 amerikanische Dollar. Das waren 47 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) kletterte um 24 Cent auf 89,27 Dollar. Am Freitag hatte der eher schwache amerikanische Arbeitsmarktbericht die Ölpreise belastet. Noch am Donnerstag war der Preis für Brent-Öl zeitweise bis auf 103,37 geklettert. Grundsätzlich stützten jedoch die politischen Unruhen in Ägypten weiterhin die Ölpreise, sagten Händler.

          Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluss an der Wall Street

          Knapp gehalten präsentierten sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Freitag im Vergleich zum regulären Geschäft. Der Nasdaq After Hours Indicator fiel um 1,16 Punkte auf 2337,04 Zähler.

          Die Aktien der Bank of America haben am Freitagabend im nachbörslichen amerikanischen Handel zugelegt, nachdem die Großbank die Gründung eines neuen Bereichs zum Umgang mit notleidenden Hypotheken bekannt gegeben hat. Die neue Einheit soll die 1,3 Millionen überfälligen Hypotheken des Instituts betreuen, Zwangsvollstreckungen überwachen und Forderungen von Anlegern zum Rückkauf problembehafteter Hypotheken betreuen. Zudem kündigte die Bank of America an, sich aus dem Geschäft mit Umkehrdarlehen zurückzuziehen. Bei den Umkehrdarlehen konnten über 62-jährige ihre Immobilie beleihen. Die Aktie stieg um 2,2 Prozent auf 14,60 Dollar. Die Papiere der Renasant Corporation sind unverändert mit 15,82 Dollar aus dem nachbörslichen Handel gegangen. Der Allfinanzkonzern hat in einem vom amerikanische Einlagensicherungsfonds unterstützen Deal die American Trust Bank aus Rosvell, Georgia, übernommen.

          Wall Street schließt am Freitag gut behauptet und auf Jahreshoch

          An den amerikanischen Börsen hat sich am Freitag im späten Geschäft eine positive Tendenz durchgesetzt. Die Indizes bewegten sich im Sitzungsverlauf in einer engen Spanne mit Ausflügen in negatives Terrain. Der mit Spannung erwartete Arbeitsmarktbericht für Januar fiel zwar schwächer als erwartet aus, allerdings schrieben Händler die schwachen Daten dem strengen Winter zu und stellten die Aussagekraft des Berichts in Frage. Der Dow-Jones-Index der 30 Industriewerte (DJIA) gewann 0,2 Prozent oder 30 auf das Jahreshoch 12.092 Punkten, auf Wochensicht kletterte der Index um 2,3 Prozent und vollzog damit den größten Wochensprung seit zwei Monaten. Der S&P-500 stieg um 0,3 Prozent oder 4 auf 1.311 Zähler und der Nasdaq-Composite-Index zog um 0,6 Prozent oder 15 auf 2.769 Stellen an. Das Umsatzvolumen ermäßigte sich auf 0,92 (Donnerstag: 1,00) Milliarden Aktien. Auf 1.477 Kursgewinner entfielen 1.492 -verlierer, unverändert schlossen 122 Titel. Die Erholung des amerikanische Arbeitsmarktes schreitet weiter nur sehr schleppend voran. Untermauert wurde dies durch den geringen Stellenaufbau in wettersensitiven Branchen wie dem Bau- und Transportwesen. „Die Kernaussage ist aber klar positiv für Aktien. Die quantitativen Lockerungen gehen weiter, sagte ein Händler. „Ich denke nicht, dass der Markt dem Bericht sehr viel Aufmerksamkeit widmet“, beschwichtigte ein anderer Marktteilnehmer.

          Vor allem der Blick auf weniger volatile Datenkomponenten, so die durchschnittlich geleistete Wochenarbeitszeit, zeigten, dass es keinen Grund für ein Ende der Liquiditätsschwemme gebe, hieß es weiter. Der Rückgang der Arbeitslosenquote von 9,4 Prozent auf 9,0 Prozent wurde zudem auch eher kritisch gewertet, da dies auf resignierte Arbeitnehmer zurückzuführen sei, die die Suche nach Arbeit schlicht eingestellt hätten. Mit 36.000 fiel der Stellenaufbau in den Vereinigten Staaten im Januar geringer als mit 136.000 Stellen vorhergesagt aus. „Der Beschäftigungsaufbau läuft langsamer als erhofft. Und es gibt Menschen, die die Suche nach Arbeit aufgegeben haben, während wieder andere in prekären Verhältnissen arbeiten und Kinder hüten oder Wohnungen reinigen“, fasste Douglas Kreps, Managing Director von Fort Pitt Capital Group, den Datenkranz zusammen. Unter den Einzelwerten waren J.P. Morgan auffällig, die 1,9 Prozent auf 44,59 Dollar einbüßten damit die „Rote“ Laterne im DJIA hielten. Zuvor war bekannt geworden, dass die Bank im Betrugsfall um Bernard Madoff offenbar Warnsignale und Hinweise auf Manipulationen ignoriert hatte. Bank of America verloren 0,9 Prozent auf 14,29 Dollar. Die Bank hat ihr Versicherungsgeschäft an die australische QBE verkauft. Dafür erhält sie zunächst eine Vorauszahlung von 700 Millionen Dollar. Weitere Zahlungen soll es später geben; Details wurden nicht genannt. Zudem wurde eine Vertriebspartnerschaft vereinbart. Cisco Systems will Inlet Technologies für 95 Millionen Dollar übernehmen, um die eigenen Netzwerke videotauglicher zu gestalten. Die Aktie stieg daraufhin um 0,6 Prozent auf 22,05 Dollar.

          JDS Uniphase haussierten um 26,9 Prozent auf 22,76 Dollar. Der Hersteller optischer Netzwerke überraschte mit einer Rückkehr in die Gewinnzone. Der Umsatz stieg kräftig auf rund 473 Millionen Dollar nach 343 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Aetna sprangen um 12,5 Prozent auf 37,42 Dollar. Der Krankenversicherer übertraf im vierten Quartal die Gewinnprognose. Zudem nahm das Unternehmen die Prognose nach oben. Weyerhaeuser zogen um 3,1 Prozent auf 24,30 Dollar an. Auch der Holzverarbeiter kehrte in die Gewinnzone zurück. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen an, mit regelmäßigen Immobilienverkäufen für eine Stabilisierung des Barmittelflusses zu sorgen. Die Titel des Glücksspielkonzerns Las Vegas Sands brachen nach schwachen Geschäftszahlen um 8,5 Prozent auf 46,03 Dollar ein.

          Amerikanische Anleihen tendierten am Freitag schwach

          Selbst enttäuschende Daten vom amerikanischem Arbeitsmarkt haben die Talfahrt bei den Notierungen der amerikanische Staatsanleihen am Freitag den fünften Tag in Folge nicht aufgehalten. Im späten New Yorker Geschäft zeigen sich die amerikanischen Anleihen mit sehr schwacher Tendenz und bauten die Abgaben im Sitzungsverlauf aus. Die Kurse zehnjähriger Anleihen mit einem Kupon von 2,625 Prozent sanken um 21/32 auf 91-23/32. Die Papiere rentierten mit 3,638 Prozent, nach 3,551 Prozent am Donnerstag. Auf Wochensicht war es der größte Verlust seit Anfang Dezember 2010 - die temporär auf 3,66 Prozent gekletterte Rendite markierte indes das höchste Niveau seit Mai 2010. Der Kurs der 30-jährigen Staatsanleihe mit einem Kupon von 4,250 Prozent fiel um 30/32 auf 92-12/32. Ihre Rendite stieg von 4,666 auf 4,729 Prozent. „Am Anleihemarkt geben die Bären die Richtung vor. Jeder noch so kleine Anstieg wird postwendend für Verkäufe genutzt“, sagte Michael Franzese, leitender Händler für amerikanische Anleihen von Wunderlich Securities in New York. Wie die Daten des offiziellen Arbeitsmarktberichtes für Januar zeigten, kommt der amerikanische Arbeitsmarkt offenbar nur langsam aus der Krise. Im Januar stieg die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft um lediglich 36.000, während befragte Volkswirte einen Stellenzuwachs um 136.000 erwartet hatten. Zugleich wurden allerdings die Angaben für den Vormonat auf 121.000 von zuvor 103.000 nach oben korrigiert. Die Arbeitslosenquote fiel zudem auf 9,0 Prozent, womit der niedrigste Stand seit April 2009 verzeichnet wurde. Ökonomen hatten eine Quote von 9,5 Prozent erwartet nach 9,4 Prozent im Vormonat.

          Im Handel räumte man den Zahlen im Hinblick auf den Anleihemarkt wenig Potential für steigende Notierungen ein, auch wenn einige Investoren wohl auf bessere Daten getippt hätten. Zwar verlaufe der Beschäftigungsaufbau langsamer als erwartet, andererseits änderten die Daten nichts an der Sichtweise einer fortschreitenden konjunkturellen Erholung. Insbesondere die verbesserte Arbeitslosenquote stütze diese Einschätzung, hieß es im Handel. Laut Marktteilnehmern verstärkt der Bericht die Spekulationen, dass die amerikanische Notenbank nicht mehr lange an ihrer extrem lockeren Geldpolitik festhalten kann. Das Thema Zinserhöhung rücke damit immer näher. Die Zins-Futures hätten mittlerweile eine Zinsanhebung in den Vereinigten Staaten bis spätestens Anfang 2012 vollständig eingepreist, erläuterte ein Händler. „Die Arbeitslosenquote ist die am stärksten akzeptierte ökonomische Kenngröße überhaupt. Allein ihr Rückgang dürfte der Konjunktur auf die Sprünge helfen, denn dies verbreitet Optimismus und fördert die Ausgabefreudigkeit der Verbraucher. Genau das lässt sich an den steigenden Renditen der amerikanischen Anleihen ablesen“, sagte Marktstratege Tony Crescenzi von Pacific Investment Management Co. Einige Marktbeobachter nannten eine Rendite von 4 Prozent als nächste Zielmarke der zehnjährigen Papiere bis Ende März und verwiesen unter anderem auf die anstehenden Neuemissionen.

          Lateinamerikas Börsen im Minus

          Die wichtigeren lateinamerikanischen Börsen haben am Donnerstag im Minus geschlossen. Der Aktien-Index IPC in Mexiko-Stadt verlor 209,67 Zähler (0,55 Prozent) auf 37 739,08 Punkte. Der Merval-Index in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires sank leicht 1,65 Zähler (0,04 Prozent) auf 3639,33 Punkte. Der Bovespa-Index im brasilianischen São Paulo dagegen sank um 67,99 Zähler (0,10 Prozent) auf 66 776,10 Punkte.

          Weitere Themen

          Der Dax sendet ein kleines Hoffnungssignal

          Börse : Der Dax sendet ein kleines Hoffnungssignal

          Der Handelsstreit drückt die Aktienkurse und die Renditen sicherer Anleihen auf Rekordtiefs. Wie es an den Finanzmärkten weiter geht, könnte sich auch an der wichtigen Dax-Marke von 11.500 Punkten entscheiden.

          Topmeldungen

          Der britische Premierminister Boris Johnson

          Brief an Tusk : Johnson will Brexit-Deal neu verhandeln

          Bisher wollte der britische Premier sein Land auch ohne Deal aus der EU führen. Nun schreibt er an EU-Ratspräsident Tusk, ein Austrittsabkommen habe „oberste Priorität“. Zugleich fordert er, die Backstop-Regelung zu streichen – und schlägt Alternativen vor.
          „Fridays for Future“-Demonstration vom vergangenen Freitag in Berlin

          „Fridays for Future“ : Glaube an die eigene Macht

          Eine Studie zeigt, wie die Demonstranten der „Fridays for Future“-Proteste ticken. Was ihre Motive sind, welchen sozialen Hintergrund sie haben – und für welche Parteien sie stimmen würden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.