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Blick auf den Finanzmarkt : Dax auf neuem Jahreshoch

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Selbst enttäuschende Daten vom amerikanischem Arbeitsmarkt haben die Talfahrt bei den Notierungen der amerikanische Staatsanleihen am Freitag den fünften Tag in Folge nicht aufgehalten. Im späten New Yorker Geschäft zeigen sich die amerikanischen Anleihen mit sehr schwacher Tendenz und bauten die Abgaben im Sitzungsverlauf aus. Die Kurse zehnjähriger Anleihen mit einem Kupon von 2,625 Prozent sanken um 21/32 auf 91-23/32. Die Papiere rentierten mit 3,638 Prozent, nach 3,551 Prozent am Donnerstag. Auf Wochensicht war es der größte Verlust seit Anfang Dezember 2010 - die temporär auf 3,66 Prozent gekletterte Rendite markierte indes das höchste Niveau seit Mai 2010. Der Kurs der 30-jährigen Staatsanleihe mit einem Kupon von 4,250 Prozent fiel um 30/32 auf 92-12/32. Ihre Rendite stieg von 4,666 auf 4,729 Prozent. „Am Anleihemarkt geben die Bären die Richtung vor. Jeder noch so kleine Anstieg wird postwendend für Verkäufe genutzt“, sagte Michael Franzese, leitender Händler für amerikanische Anleihen von Wunderlich Securities in New York. Wie die Daten des offiziellen Arbeitsmarktberichtes für Januar zeigten, kommt der amerikanische Arbeitsmarkt offenbar nur langsam aus der Krise. Im Januar stieg die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft um lediglich 36.000, während befragte Volkswirte einen Stellenzuwachs um 136.000 erwartet hatten. Zugleich wurden allerdings die Angaben für den Vormonat auf 121.000 von zuvor 103.000 nach oben korrigiert. Die Arbeitslosenquote fiel zudem auf 9,0 Prozent, womit der niedrigste Stand seit April 2009 verzeichnet wurde. Ökonomen hatten eine Quote von 9,5 Prozent erwartet nach 9,4 Prozent im Vormonat.

Im Handel räumte man den Zahlen im Hinblick auf den Anleihemarkt wenig Potential für steigende Notierungen ein, auch wenn einige Investoren wohl auf bessere Daten getippt hätten. Zwar verlaufe der Beschäftigungsaufbau langsamer als erwartet, andererseits änderten die Daten nichts an der Sichtweise einer fortschreitenden konjunkturellen Erholung. Insbesondere die verbesserte Arbeitslosenquote stütze diese Einschätzung, hieß es im Handel. Laut Marktteilnehmern verstärkt der Bericht die Spekulationen, dass die amerikanische Notenbank nicht mehr lange an ihrer extrem lockeren Geldpolitik festhalten kann. Das Thema Zinserhöhung rücke damit immer näher. Die Zins-Futures hätten mittlerweile eine Zinsanhebung in den Vereinigten Staaten bis spätestens Anfang 2012 vollständig eingepreist, erläuterte ein Händler. „Die Arbeitslosenquote ist die am stärksten akzeptierte ökonomische Kenngröße überhaupt. Allein ihr Rückgang dürfte der Konjunktur auf die Sprünge helfen, denn dies verbreitet Optimismus und fördert die Ausgabefreudigkeit der Verbraucher. Genau das lässt sich an den steigenden Renditen der amerikanischen Anleihen ablesen“, sagte Marktstratege Tony Crescenzi von Pacific Investment Management Co. Einige Marktbeobachter nannten eine Rendite von 4 Prozent als nächste Zielmarke der zehnjährigen Papiere bis Ende März und verwiesen unter anderem auf die anstehenden Neuemissionen.

Lateinamerikas Börsen im Minus

Die wichtigeren lateinamerikanischen Börsen haben am Donnerstag im Minus geschlossen. Der Aktien-Index IPC in Mexiko-Stadt verlor 209,67 Zähler (0,55 Prozent) auf 37 739,08 Punkte. Der Merval-Index in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires sank leicht 1,65 Zähler (0,04 Prozent) auf 3639,33 Punkte. Der Bovespa-Index im brasilianischen São Paulo dagegen sank um 67,99 Zähler (0,10 Prozent) auf 66 776,10 Punkte.

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