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Blick auf den Finanzmarkt : Anleger greifen wieder zu

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Die Anleger trauen sich am Donnerstag wieder an den deutschen Aktienmarkt zurück. Nach den gut ausgefallenen amerikanischen Konjunkturdaten gebe es für übertriebenen Pessimismus eigentlich keinen Grund mehr, sagt ein Händler. Dennoch bleibe die Nervosität groß.

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          Der Dax legt am Donnerstag nach zwei Verlusttagen in Folge zum Auftakt moderat zu. Der deutsche Leitindex gewinnt 0,4 Prozent auf 6967 Punkte. Der MDax der mittelgroßen Werte steigt um 0,4 Prozent auf 10.092 Punkte, der TecDax um 0,7 Prozent auf 869 Punkte. Die Experten der SEB Bank sehen die guten Vorgaben aus den Vereinigten Staaten als Grund für die freundliche Eröffnung. Am Vorabend hatte die Wall Street mit Gewinnen geschlossen. Der Future auf den amerikanischen Leitindex Dow Jones zeigte sich zuletzt allerdings praktisch unbewegt im Vergleich zu seinem Stand zum Dax-Xetra-Schluss.

          Einige Börsianer rechnen wegen des Feiertags in einigen Bundesländern und vor dem großen Arbeitsmarktbericht aus den Vereinigten Staaten am Freitag mit einem anhaltend dünnen Geschäft. Für Bewegung könnten nach Einschätzung der SEB die Auftragseingänge der deutschen Industrie sowie am Nachmittag die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den Vereinigten Staaten sorgen. Diese gelten ebenso wie die am Mittwoch veröffentlichten Beschäftigungszahlen für die amerikanischen Privatwirtschaft, die vom Arbeitsmarkt-Dienstleister Automatic Data Processing (ADP) ermittelt werden, als Indikator für die morgigen Job-Daten aus den Vereinigten Staaten.

          Zu den größten Gewinnern im Dax zählen Bayer und K+S mit einem Plus von 2,1 beziehungsweise 1,3 Prozent. Das Nachsehen haben Praktiker: Der Aktienkurs der Baumarktkette rutscht im MDax 2,5 Prozent ins Minus. Der Umsatz ist
          angesichts des Konzerumbaus und fortdauernder Probleme im Osteuropageschäft weiter auf Talfahrt . „Solche Nachrichten hören Aktionäre natürlich nicht gerne“, sagt ein Händler.

          Rentenmarkt tendiert schwächer

          Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Donnerstag leichter. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 17 Basispunkte auf 125,32 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 6 Basispunkte auf 118,60 Prozent.

          Vor dem Hintergrund des ADP-Berichts vom Vortag stellt sich nach Einschätzung der Helaba die Frage, ob das Absinken unter die 400.000-Marke bei den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe wirklich nur ein witterungsbedingter Ausrutscher war, oder ob sich nicht doch eine nachhaltige Verbesserung der Arbeitsmarktlage etabliere. Sollte die Zahl der Erstanträge abermals unterhalb der Marke von 400.000 liegen, dürfte der Optimismus für den am Freitag erwarteten Arbeitsmarktbericht weiter steigen und den Rentenmarkt tendenziell belasten, heißt es.

          Der seit Mitte Dezember existierende Aufwärtstrendkanal sei aber weiterhin intakt. Auch die Indikatoren seien per saldo freundlich - unabhängig davon, dass der Future seine erzielten Vortageskursgewinne mehr als abgeben musste und im Tief bei 125,20 Prozent notierte. Auch im Wochenchart sei das Gesamtbild konstruktiv. Daher dürfte der kurzfristige Aufwärtstrendkanal weiterhin Ton angebend sein, heißt es.

          Erst ein nachhaltiger Fall unter den bei 125,00 Prozent verlaufenden Trend trübte das Bild ein. Wichtige Widerstände lägen bei 126,68/69 Prozent in Form des Kurshochs vom 6. Dezember und des Tiefs vom 29. November.

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