https://www.faz.net/-gv6-a4oau

Amerikanischer Investmentriese : Blackstone: Jeder dritte Vorstand soll divers sein

Das Logo der Investmentgesellschaft Blackstone in New York Bild: Picture-Alliance

Die amerikanische Investmentgesellschaft Blackstone will Diversität stärker fördern und ein Karriereprogramm für weniger privilegierte Menschen schaffen – die Motive dafür sind auch geschäftlicher Natur.

          4 Min.

          Die amerikanische Beteiligungsgesellschaft Blackstone will mehr Vielfalt in den Führungsetagen fördern und hat sich dafür nun selbst stramme Ziele gesetzt: In den Vorständen von Unternehmen, an denen sich der Investor mehrheitlich beteiligt, soll künftig jedes dritte Mitglied „divers“ sein, also vereinfacht gesagt kein weißer, heterosexueller Mann. Über das Vorhaben für ein unternehmensweites Mandat in den Vereinigten Staaten und in Europa erfuhr die F.A.Z. vorab. 

          Antonia Mannweiler

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Klaus Max Smolka

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Ankündigung bezieht sich dabei auf alle neuen Investments von Blackstone, bei denen das Unternehmen die Mehrheit halten wird. Die Quote gelte als ein Teil der Voraussetzung für eine Akquisition. Von den Unternehmen soll demnach mindestens ein Drittel des gesamten Vorstandes divers sein. In dem Zusammenhang steht Diversität für die Investmentgesellschaft gleichermaßen für „Rasse, Geschlecht und sexuelle Orientierung“. Die Quote kann aus den verschiedenen Kategorien erfüllt werden, eine genaue Vorgabe zur Aufteilung gibt es aber nicht.

          Die Investmentgesellschaft, die insgesamt mehr als 560 Milliarden Dollar weltweit verwaltet, setzt den Unternehmen eine Frist von einem Jahr, um dieses Ziel zu erreichen – und die geforderte Quote werde dabei vierteljährlich überprüft, heißt es.

          Karriere-Programm

          Zudem hat das Unternehmen angekündigt, ein Karriere-Programm unter dem Namen „Career Pathways“ einzuführen, das benachteiligte Menschen aus weniger privilegierter Herkunft unterstützen soll. Das treffe auf all diejenigen zu, die aufgrund ihres geografischen Standortes, ihrer Religion, sexuellen Orientierung, ihres Geschlechts, einer Behinderung, eines Flüchtlingsstatus’ oder ihres Alters benachteiligt sind.

          Das Einstellungsprogramm soll laut Blackstone helfen, mögliche Kandidaten für Arbeitsplätze auf einer mittleren Qualifikationsstufe zu identifizieren, zu rekrutieren und für die Zukunft zu fördern. „Vielfalt, Gleichheit und Inklusion sind für Blackstone seit langem eine Priorität und sind entscheidend für unsere Firmenkultur und unseren Erfolg“, sagt Farhad Karim, Senior Managing Director für Blackstone, der F.A.Z. Man starte weitere Initiativen, um das Engagement für Vielfalt weiter voranzutreiben und die Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen aus unterrepräsentierten Hintergründen zu verbessern, so Karim weiter.

          Wie ernst sind ESG-Bestrebungen?

          Mit Ankündigen zu mehr Nachhaltigkeit, für das stellvertretend das Kürzel ESG steht, treten aktuell immer mehr Unternehmen aus der Finanzbranche nach vorne. Die Abkürzung ESG bezieht sich dabei auf die unterschiedlichen Dimensionen der Nachhaltigkeit: Umwelt (Ecological), Soziales (Social) und die Grundsätze guter Unternehmensführung (Governance).

          Wie ernst die Branche das Thema Nachhaltigkeit wirklich nimmt, daran gibt es immer wieder Zweifel. Vielen Unternehmen wird dabei „Greenwashing“ vorgeworfen, also etwas als grüner oder nachhaltiger zu verkaufen, als es eigentlich ist.

          Bei Blackstone gilt die Diversitäts-Quote denn ausschließlich für neue Akquisitionen. Wie viele Unternehmen am Ende davon betroffen sind, dazu gibt es noch keine Aussagen. Jonathan Gray, Präsident und COO von Blackstone, brachte im Rahmen der Vorstellung der Zahlen für das zweite Quartal immerhin 156 Milliarden Dollar für mögliche neue Übernahmen ins Spiel. 

          Kritik gibt es immer wieder hinsichtlich der Konsequenzen, die sich aus einer Nicht-Einhaltung von Quoten oder etwa Grenzwerten ergeben. Falls ein Unternehmen die Diversitäts-Quote nicht einhalte, könne Blackstone dafür öffentlich zur Rechenschaft gezogen werden, heißt es hierzu von dem Unternehmen lediglich.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Fünf Tote in Trier : Mutmaßlicher Amokfahrer muss vor Haftrichter

          Einen Tag nach der schrecklichen Amokfahrt in Trier entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob sie für den festgenommenen Autofahrer Untersuchungshaft oder eine Unterbringung in der Psychiatrie beantragt. Fünf Menschen wurden am Dienstag in der Innenstadt getötet.
          Fragwürdige Ehrung: „Ahnengalerie“ im Bundesarbeitsgericht in Erfurt

          Frühere Bundesrichter : Tief verstrickt in NS-Verbrechen

          Das Bundesarbeitsgericht hat seine Vergangenheit nie aufarbeiten lassen. Jetzt zeigt sich: Etliche seiner Richter hatten in der NS-Zeit Todesurteile zu verantworten oder sich auf andere Weise schwer belastet.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.