https://www.faz.net/-gv6-9vhgp

Vermögensverwalter Blackrock : Der Kohle-Rückzug lässt die Branche kalt

Der Vermögensverwalter Blackrock hat der Kohleförderung den Kampf angesagt – allerdings eher verbal. Bild: Reuters

Der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock will aus der Kohle aussteigen. Das klingt radikaler, als es ist. Das Kohleland Australien lässt sich davon indes nicht beunruhigen.

          3 Min.

          Von dem Versprechen der weltgrößten Fondsgesellschaft Blackrock, sich teilweise aus dem Kohlegeschäft zurückzuziehen, zeigen sich die großen Förderer in Australien und die Regierung unbeeindruckt. Der australische Aktienindex nahm die Rekordmarke von 7000 Punkten, getrieben auch von den Bodenschatzkonzernen, nachdem der Dow-Jones-Index in New York schon einen Rekord markiert hatte. Blackrock-Vorstandschef Larry Fink hatte Vorstandschefs rund um die Erde gewarnt, Klima- und damit Energiefragen würden zum überragenden Thema werden. Der Finanzriese verwaltet Kundengelder in Höhe von fast 7 Billionen Dollar.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Zeitgleich kündigte Blackrock an, sich von Aktien der Kohleförderer im Wert von mehr als einer halben Milliarde Dollar trennen zu wollen. Der australische Ministerpräsident Scott Morrison verteidigte daraufhin das weitere Engagement seines Landes. Australien prüft gerade fast 50 Kohleprojekte, die auf eine summierte Fördermenge von zusätzlich fast 400 Millionen Tonnen jährlich kommen. Eines der großen Projekte ist die Carmichael-Mine in Queensland, die über die Engagements des indischen Adani-Konzerns und Siemens’ als Zulieferer in die Schlagzeilen geraten ist.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : 65% günstiger

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. digital – Jubiläumsangebot

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          In der Corona-Krise sind Gesundheitssysteme in vielen Ländern überfordert: Intensivstation mit Covid-19-Erkrankten in einer Klinik im italienischen Pavia

          Nach der Corona-Krise : Deutschland wird zum Vorsorgestaat

          Die Corona-Krise erschüttert die Grundlagen unserer Gesellschaften und der Weltwirtschaft. Das Verhältnis von Markt und Staat wird sich fundamental ändern. Gesundheitssysteme sind nicht mehr privatisierbar. Ein Gastbeitrag des ehemaligen Außenministers.