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Marktmacht : Blackrock fühlt sich zu Unrecht am Pranger

Eingang zur Blackrock-Zentrale in New York Bild: Reuters

Die amerikanische Kapitalanlagegesellschaft will Unternehmen nicht übermäßig kontrollieren. Das Datenbanksystem Aladdin diene nur zur Risikokontrolle.

          2 Min.

          Um ein Gefühl zu bekommen, wie groß der amerikanische Vermögensverwalter Blackrock ist, kann die Vermögensstatistik der Bundesbank hilfreich sein. Das Geldvermögen der Deutschen hat sich im vergangenen Jahr, auch angetrieben durch die gute Entwicklung an den Aktienmärkten, um 211 Milliarden auf 6,95 Billionen Euro erhöht. Diese Zahl würde Blackrock-Chef Larry Fink nicht glücklich machen, denn er wacht über ein anvertrautes Vermögen von mehr als 9 Billionen Dollar. Dieser Stand Ende März entspricht umgerechnet knapp 7,5 Billionen Euro, also gut eine halbe Milliarde mehr als das Geldvermögen der deutschen Bevölkerung.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Größe von Blackrock – die Gesellschaft verwaltet für deutsche Kunden rund 150 Milliarden Euro – sorgt für Kritik an der Machtposition an den internationalen Finanzmärkten. Dazu zählt die Bürgerbewegung Finanzwende, die der ehemalige Grünen-Politiker Gerhard Schick gegründet hat und rund 5000 Mitglieder zählt. Vor wenigen Wochen hatte die F.A.Z. über ein Papier von Finanzwende berichtet, in dem vor der gefährlichen Macht der großen Vermögensverwalter gewarnt und die Aufspaltung von Blackrock gefordert wird.

          Der amerikanische Vermögensverwalter, der mit einem verwalteten Vermögen von 2,8 Billionen Dollar bei börsennotierten Indexfonds (Exchange Traded Funds; ETF) der Marktführer ist, fühlt sich zu Unrecht an den Pranger gestellt: „Oftmals wird Größe mit Macht gleichgesetzt.“ Die Realität sei weitaus differenzierter, betont ein Blackrock-Sprecher und weist die Annahme zurück, große Vermögensverwalter übten eine übermäßige Kontrolle über Unternehmen aus. Vielmehr mische sich Blackrock nicht in die laufende Unternehmensführung ein und strebe keine Aufsichtsratsmandate an.

          Nachhaltigkeit steht im Vordergrund

          In seinem Abstimmungsverhalten auf Hauptversammlungen stehen für Blackrock nach eigenen Angaben die Fragen im Vordergrund, die sich auf die langfristige finanzielle Entwicklung eines Unternehmens auswirkten. Das seien Themen wie Unternehmensstrategie, Unternehmensführung, Offenlegung von Klimarisiken, Vergütung von Führungskräften und Personalmanagement, die dabei im Vordergrund stünden. Blackrock-Chef Fink hat in den vergangenen Jahren mehrmals die Unternehmen dazu aufgefordert, sich verstärkt auf ökologische und soziale Aspekte sowie gute Unternehmensführung auszurichten. Dies berücksichtigt Blackrock auch in der eigenen Anlagepolitik.

          „Aladdin schreibt nicht vor“

          Der amerikanische Vermögensverwalter ist aber nicht nur als Kapitalanlagegesellschaft tätig, sondern unterhält auch das Datenbanksystem Aladdin, aufgrund dessen die Bürgerbewegung Finanzwende neue systemische Risiken befürchtet. Aladdin nutzen Unternehmen und Notenbanken, das System dient zur Überwachung von einem Zehntel aller Vermögenswerte an den internationalen Finanzmärkten. Auch hier fühlt sich Blackrock missverstanden. „Aladdin schreibt seinen Anwendern nicht vor, was sie kaufen sollen oder wann sie es kaufen sollen“, sagt ein Blackrock-Sprecher.

          Es sei ein Programm, das dabei helfe, die Risiken in Kundenportfolios zu verstehen. Es treibe aber nicht jeden Anwender in dasselbe Wertpapier oder zur selben Marktmeinung – genau wie nicht jeder Excel-Anwender dieselben Zahlen addiere oder dieselben Formeln nutze. Nach Angaben von Blackrock können Kunden mit Aladdin Risikoanalysen durchführen, Orders erteilen und Transaktionen abwickeln – alles auf einer einzigen Plattform. Es verbessere die betriebliche Effizienz und die Kontrollen.

          Jedoch ersetze Aladdin nicht die Risikomanagementfunktionen von Unternehmen, die das System nutzten. Es stelle vielmehr Instrumente zur Verfügung, mit deren Hilfe Risiko- und Portfoliomanager die Risiken in ihren Portfolios unter Berücksichtigung ihrer internen Risikomanagementvorgaben analysieren könnten.

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