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Fink von Blackrock zu Corona : „Wenn wir diese Krise überwinden, wird die Welt eine andere sein“

Im Homeoffice: Blackrock-Chef Larry Fink Bild: dpa

„In meinen 44 Jahren in der Finanzindustrie habe ich noch nichts Vergleichbares erlebt“, schreibt der Chef des größten Vermögensverwalters der Welt.

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          Larry Fink, der an der Spitze des amerikanischen Vermögensverwalters Blackrock steht, gehört zu den mächtigsten Männern in der Finanzindustrie. Der Fondsgigant Blackrock verwaltet immerhin ein Vermögen von rund 7 Billionen Dollar. Die aktuellen Marktturbulenzen, die durch die Corona-Pandemie ausgelöst wurden, gehen jedoch nicht spurlos an dem Mann vorüber, der 1976 in Boston seine Karriere in der Branche startete: „In meinen 44 Jahren in der Finanzindustrie habe ich noch nichts Vergleichbares erlebt“, beginnt Fink seinen Brief, den er aus dem Homeoffice schreibt. Innerhalb weniger Wochen seien rund um den Globus Indizes von Rekordhöhen in einen Bärenmarkt gefallen.

          Antonia Mannweiler

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Fink glaubt, dass sich die Krise fundamental auf die Menschen auswirken wird – auf die Art und Weise wie sie reisen, arbeiten, konsumieren oder zusammenkommen. „Wenn wir diese Krise überwinden, wird die Welt eine andere sein“, schreibt er.

          Obwohl der Chef des Fondsriesen dramatische Worte wählt, glaubt er, dass die Welt durch diese Krise kommen wird. „Die Wirtschaft wird sich erholen.“ Das liege auch daran, dass die Zentralbanken schnell eingeschritten seien, um die Probleme am Kreditmarkt zu bewältigen und die Regierungen schnell und aggressiv handelten, um steuerliche Anreize zu setzen. Das heiße jedoch nicht, dass der Markt seinen Tiefpunkt erreicht habe, schreibt Fink weiter. Das zu wissen, sei schlicht unmöglich.

          Markt biete Anlegern derzeit enorme Chancen

          Langfristiges Denken sei gerade in dieser Zeit besonders wichtig. In seinen Briefen habe er immer wieder daran appelliert, schreibt Fink. Unternehmen und Investoren, die die lange Frist im Blick behielten, kämen besser durch die Krise. Es gelte „die Augen nicht auf den wackeligen Boden unter uns, sondern auf den Horizont vor uns zu richten“. Für Anleger biete der Markt derzeit enorme Chancen, – etwa um das Portfolio mit Aktien aufzustocken.

          Der Blackrock-Chef kommt in seinem elfseitigen Brief erst auf Seite sechs auf das Thema Nachhaltigkeit zu sprechen. Im Januar dieses Jahres hatte er mit einem Brief an Unternehmensvorstände für Aufsehen gesorgt, als er in ungewöhnlich deutlichen Worten an ihre Verpflichtung zu mehr Nachhaltigkeit appellierte.

          In seinem aktuellen Brief an die Aktionäre beschreibt Fink, dennoch abermals, wie wichtig das Thema sei – gerade jetzt. So schlügen sich die auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Portfolios derzeit besser als solche ohne diesen Fokus. „Wir wollen in den kommenden paar Jahren die Anzahl unserer nachhaltigen ETF und Investmentfonds auf mehr als 150 erhöhen“, schreibt Fink. Er wolle Anlegern mehr Optionen bieten, wie sie ihr Geld anlegen können.

          Blackrock

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          Einen wichtigen Trend sieht Larry Fink auch in der Technologie und zieht den Vergleich zu großen Tech-Unternehmen. Diese seien nicht etwa wegen der Technologie selbst so erfolgreich, sondern weil ihre Plattformen eine größere Preistransparenz böten, effizienter und einfacher zu bedienen seien. „Das ist der gleiche Grund, warum ETF so erfolgreich sind“, so Fink über die börsengehandelten Indexfonds. Er glaubt auch, dass ETF den 100 Billionen Dollar großen Anleihemarkt modernisieren könnten, denn dort habe sich in den vergangenen Jahrzehnten kaum etwas getan.

          Auch China erwähnt der Blackrock-Chef in seinem Brief. Aus seiner Sicht biete das Land dem Fondsriesen einen der größten Möglichkeiten, da es seinen 14-Billionen-Dollar-Markt auch für ausländische Vermögensverwalter öffne.

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