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Blackrock-Chef Fink : „Ich mag diesen Geist des Kapitalismus“

Blackrock-Chef Larry Fink 2012 bei einem Treffen der Weltbank Bild: dpa

Der Chef des größten Vermögensverwalters der Welt rechnet erst im nächsten Jahr mit einem Impfstoff. Bis dahin sieht er die Wirtschaft noch auf einem schwierigen Pfad.

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          Auf kurze Sicht sei er ein Pessimist, sagte Larry Fink, Chef des größten Vermögensverwalters der Welt, Blackrock, auf einer virtuellen Konferenz des Unternehmens am Donnerstag. Er bezog sich dabei auf die Auswirkungen der Corona-Krise auf Wirtschaft und Gesellschaft. Er sei jedoch durchaus optimistisch, dass die Pandemie einen gewaltigen Wandel anstoßen könne. Fink rechnet mit einem Impfstoff im ersten Quartal des nächsten Jahres. Dabei sei es bemerkenswert, was die Menschheit derzeit schaffe. Die schlausten Köpfe würden zusammenkommen, um eine Lösung für das Problem zu finden. „Ich mag diesen Geist des Kapitalismus“, sagte Fink dazu.

          Antonia Mannweiler

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Zurzeit befinde man sich aber noch auf einem schwierigen wirtschaftlichen Pfad. Zwar habe es einige Unternehmen gegeben, die von der Krise profitieren konnten, etwa Unternehmen, die die Technologie für die Arbeit von zu Hause liefern konnten. Anderen Bereichen, wie der Reisebranche oder dem Kultursektor, sei es dagegen sehr schlecht ergangen.

          Fiskalpolitik in der Pflicht

          Es liege an der Fiskalpolitik, diese Zeit mit Maßnahmen zu überbrücken, ergänzte Fink. Dabei müsse das Geld gezielt verteilt werden und in ausgewählte Industrien fließen und nicht etwa breit vergeben werden. Die Geldpolitik könne die Ressourcen nicht gerecht verteilen. Ihre Aufgabe liege darin, die Märkte zu stabilisieren.

          Die Krise habe einen großen Einfluss auf viele Bereiche der Gesellschaft. Gerade junge Menschen, die neu in die Arbeitswelt eintreten, seien betroffen. „Teenager sind vielleicht nicht so optimistisch wie ich, als ich aufgewachsen bin“, sagte Fink. Sie würden aber sicherstellen, dass sich Konzerne und Regierungen darauf fokussieren, eine gerechtere und klimafreundliche Zukunft aufzubauen. Der Klimawandel berge dabei Risiken für die Gesundheit – auch wenn dessen Auswirkungen nicht immer direkt zu sehen seien.

          Blackrock

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          Klimawandel als Investment-Risiko

          Das Hauptaugenmerk des Fonds-Riesen, der Gelder in Höhe von mehr als 7 Billionen Dollar verwaltet, liegt dabei schon seit einiger Zeit auf dem Thema Nachhaltigkeit. Im Januar noch ermahnte Fink in einem Brandbrief Unternehmensvorstände in ungewöhnlich harschen Tönen zu mehr Nachhaltigkeit. Das Thema werde immer größer, sagte der Blackrock-Chef nun auf der Konferenz und betonte: „Wir müssen unsere Kunden informieren.“ Man brauche mehr Daten, um den Klienten zu beweisen, dass der Klimawandel auch ein Investment-Risiko sei, so Fink. Könne man das nachweisen, werde man die Umverteilung großer Mengen an Kapital sehen. Denn es gehe darum, die beste Rendite über einen langen Zeithorizont zu erwirtschaften. Nachhaltige Portfolios seien genauso gut wie herkömmliche.

          Der Forderung, dass sich Blackrock bei klimarelevanten Themen auf Hauptversammlungen stärker einbringen müsse, entgegnete Fink, dass das Unternehmen nicht im eigenen Interesse agiere, sondern es sich um Kundengelder handele.

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