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Bitkom-Umfrage : Bargeld nicht mehr gefragt

Bezahlgerät an einer Supermarktkasse Bild: dpa

Scheine und Münzen sind in Deutschland besonders beliebt, doch immer mehr Verbraucher wollen viel lieber kontaktlos zahlen – ergibt zumindest eine Umfrage.

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          Bislang galten die Deutschen als ausgewiesene Bargeldfans. Mit der Corona-Krise ist die Liebe zu Scheinen und Münzen jedoch erkaltet. 75 Prozent der Bundesbürger versuchen derzeit, Barzahlungen so weit wie möglich zu vermeiden. 71 Prozent wünschen sich mehr Möglichkeiten, kontaktlos zahlen zu können. Das hat der Digitalverband Bitkom in einer repräsentativen Umfrage ermittelt. „Es gibt kaum ein Verhaltensmuster, das durch Corona ähnlich stark verändert wurde wie das Bezahlen an der Kasse“, resümiert Verbandspräsident Achim Berg.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Gründe für die Abneigung gegen Bargeld liegen auf der Hand. Viele dürfte die Sorge umtreiben, dass Scheine und Münzen durch Keime belastet sind. Die für die Geldversorgung zuständige Bundesbank hatte Mitte März versucht, mit Blick auf das Coronavirus Entwarnung zu geben. „Die Wahrscheinlichkeit, sich mittels Bargeld anzustecken, ist geringer als bei vielen anderen Gebrauchsgegenständen des täglichen Lebens“, sagte damals Vorstand Johannes Beermann. Von Banknoten und Münzen gehe kein besonderes Infektionsrisiko aus. Euroscheine seien so konzipiert, dass sie im täglichen Gebrauch kaum verschmutzten.

          Dessen ungeachtet wächst hierzulande der Wunsch, mit Karte oder Smartphone zu zahlen. Und das nicht nur unter jungen Leuten, sondern auch unter Senioren: 76 Prozent der 16- bis 29-Jährigen äußern sich entsprechend, und immerhin noch 62 Prozent der Ab-65-Jährigen. Aktuell versuchen 84 Prozent der Jüngeren und 68 Prozent der Älteren, Bargeldzahlungen zu vermeiden.

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