https://www.faz.net/-gv6-9tm9p

Digitalwährung : Bitcoin-Kurs bricht ein

Der Bitcoin-Kurs verbilligt sich massiv Bild: Reuters

Digitalwährungen verbilligen sich auf breiter Front, nachdem China ankündigt, härter gegen Digitalwährungen vorzugehen. Dabei investiert die Kommunistische Partei selbst massiv in die Blockchain-Technologie.

          2 Min.

          Die älteste und bekannteste Digitalwährung Bitcoin erleidet weiter schwere Kursverluste. Am Freitag notierte ein Bitcoin teilweise nur noch auf 6952 Dollar und damit auf dem niedrigsten Stand seit Mitte Mai. Noch Anfang der Woche waren es mehr als 8000 Dollar. Damit summiert sich der Kursverlust in den vergangenen zehn Tagen auf mehr als 20 Prozent.

          Franz Nestler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Grund ist eine neue Kampagne der chinesischen Notenbank gegen den Handel mit Digitalwährungen. Die People’s Bank of China teilte mit, dass sie in Schanghai gegen illegale Aktivitäten rund um digitale Währungen vorgehen wird. Außerdem warnte sie, dass die Kryptowährungen nicht mit der ihr zugrundeliegenden Blockchain-Technologie verwechselt werden sollen. Dabei hatte sich Staatspräsident Xi Jinping unlängst dafür ausgesprochen, die Entwicklung der Blockchain-Technologie zu intensivieren und Bitcoin auf eine kleine Rally geschickt: "Es ist beispiellos, dass Chinas Führung eine Technologie auf so ein Level hebt", sagte Zhang Gang, Chefanalyst für Central China Securities, der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. "Es ist ein großer Vertrauensschub für den Markt." Außerdem hieß es von der chinesischen Zentralbank, dass die Blockchain-Technologie helfen könnte, Risiken besser zu kontrollieren, und es für kleine Unternehmen vereinfachen könnte, sich Geld zu leihen.

          Schon länger arbeitet die Zentralbank an einer eigenen Digitalwährung. Der Stimmungswechsel ist insofern beachtlich, als China früher stets hart gegen Digitalwährungen vorging. Der chinesischen Kommunistischen Partei (KP) ist das alles nicht so ganz geheuer, um nicht zu sagen: gar nicht. Zuerst beobachtete die KP es noch mit Interesse. Selbst der Staatssender CCTV brachte einen längeren Bericht über das Netzgeld - ohne Billigung der Staatsführung in Peking undenkbar. Später wurde der Handel in Yuan komplett verboten, auch das Mining, also das Herstellen der Kryptodevisen, wurde zumindest stark eingeschränkt. 

          Chinas Haltung scheint widersprüchlich zu sein, ist es aber, genauer betrachtet, nicht. Man will einerseits den eigenen Bürgern die Freiheiten, die Digitalwährungen mit sich bringen können, nicht gewähren. Andererseits möchte man die Vorteile nutzen und vielleicht global eine führende Rolle einnehmen. Manche spekulieren sogar darüber, inwiefern das heute schon der Fall ist. Theorien gibt es dazu wie Sand am Meer. Vielleicht sieht die Kommunistische Partei Digitalwährungen als Angriff auf die etablierten Währungen des Westens, vielleicht hängt sie selbst mit drin und scheffelt Milliarden, vielleicht sieht sie es auch nur als spannendes Experiment - die vermeintliche Anonymität der Kryptowährungen führt jedenfalls zu vielen Spekulationen.

          Weitere Themen

          Weltgrößter Börsengang erfolgreich Video-Seite öffnen

          Aramco-Aktie im Plus : Weltgrößter Börsengang erfolgreich

          Der weltgrößte Börsengang des Ölkonzerns Saudi Aramco ist ein Erfolg: Die Aktien der saudiarabischen Staatsfirma debütierten am Mittwoch mit 35,2 Riyal an der Börse in Riad. Das ist ein Plus von zehn Prozent im Vergleich zum Ausgabepreis.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.