https://www.faz.net/-gv6-9ofv4

Digitales Geld : Bitcoin gibt Kursgewinne wieder ab

  • Aktualisiert am

Facebook will ab 2020 das digitale Zahlungsmittel Libra einführen und könnte damit den Finanzmarkt auf den Kopf stellen. Bild: Reuters

Erst kratzt der Bitcoin getrieben von Facebooks Libra-Plänen an der Marke von 14.000 Dollar, dann sackt er wieder ab. Derweil wächst die Skepsis gegenüber digitalen Währungen.

          1 Min.

          Der Bitcoin bleibt sich und seinen Kursschwankungen treu. Erst setzte die Kryptowährung am späten Mittwochabend ihren Höhenflug fort, dann fiel ihr Wert am Donnerstagmorgen deutlich. Der Kurs war bis Mitternacht auf 13.880 US-Dollar gestiegen, bevor er wie ein Stein um 2000 Dollar nachgab. Am Donnerstagmorgen kostete ein Bitcoin auf der Handelsplattform Bitstamp mit 12 650 Dollar wieder etwas mehr.

          Für Kurskapriolen ist die älteste und bekannteste Digitalwährung bekannt, was sie in den Augen von Kritikern als Zahlungsmittel weitgehend disqualifiziert. In den vergangenen Wochen ist der Bitcoinkurs jedoch stark und recht stetig gestiegen. Seit Jahresbeginn belaufen sich die Kursgewinne auf rund 250 Prozent. Das erinnert an den massiven Höhenflug aus dem Jahr 2017, dem jedoch ein heftiger Absturz im Jahr darauf folgte.

          Zuletzt profitierten der Bitcoin und andere Kryptowährungen vor allem durch die Ankündigung von Facebook und weiteren Unternehmen, eine globale Digitalwährung namens Libra schaffen zu wollen. Darüber hinaus nennen Marktbeobachter weitere Gründe für den Höhenflug, etwa die Aussicht auf eine lockerere Geldpolitik großer Notenbanken. Das Argument lautet, ähnlich wie beim Goldpreis, dass zinslose Anlagen bei fallenden Zinsen attraktiver würden.

          Der aktuelle Rückgang des Bitcoin-Kurses aber passt zur wachsenden Skepsis gegenüber Facebooks Libra-Plänen. So sieht Bafin-Präsident Felix Hufeld erhebliche Kontrollfragen nicht nur für die Finanzaufsicht und fordert ein global abgestimmtes Konzept. Auch die Bundesbank hat sich skeptisch über einen Vorschlag von Unionspolitikern geäußert, die digitales Zentralbankgeld einführen lassen wollen.

          Laut einer Umfrage der Management- und Technologieberatung BearingPoint sehen die Deutschen Kryptowährungen zunehmend skeptisch und hegen noch größere
          Zweifel an Bitcoin und Co. als vor einem Jahr. Das Vertrauen in Gold
          und Bargeld als Anlage hingegen ist gestiegen. Die digitalen Währungen sind laut der Umfrage kaum verbreitet. So haben 94 Prozent der Deutschen nach eigenen Angaben Bitcoin oder andere Kryptowährungen noch nie genutzt.

          Weitere Themen

          Bundesfinanzminister Scholz zieht Lehren aus Wirecard

          Strengere Kontrolle : Bundesfinanzminister Scholz zieht Lehren aus Wirecard

          Der Skandal um den Dax-Konzern soll eine EU-weite Aufsicht über Zahlungsdienstleister zur Folge haben. Zudem soll die Börsenaufsicht wie das amerikanische Vorbild SEC schlagkräftiger werden. Die Zentralisierung der Aufsicht zeigt sich auch an anderen Stellen.

          Wie die Finanzbranche Gutes tun will

          Klimaschutz : Wie die Finanzbranche Gutes tun will

          Ein Vermögensverwalter misst die „Temperatur“ seiner Fonds, eine Bank kompensiert den CO2-Ausstoß mit einem Projekt in Uganda. Die Branche hat ehrgeizige Ziele, doch noch muss sie ihre Kunden überzeugen. Der Druck, nachhaltiger zu werden, nimmt zu.

          Topmeldungen

          Brasilianischer Präsident : Bolsonaro ist an Covid-19 erkrankt

          Seine Infektion bestätigte der Präsident am Dienstag – und beteuerte, es gehe ihm gut. Die Maskenpflicht hatte er nicht nur oft missachtet, er hatte sie energisch bekämpft. Nun wird er mit Häme überschüttet.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.