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Von mehr als 60.000 : Bitcoin fällt unter 18.000 Dollar

  • Aktualisiert am

Vergangenen November geht es bei einer Veranstaltung in El Salvador um Bitcoin. Bild: AP/Salvador Melendez

Der Krypto-Verfall geht weiter, die schlechten Nachrichten reißen nicht ab. „Das Vertrauen ist kollabiert“, sagt ein Analyst. Nicht nur Bitcoin ist betroffen.

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          Bitcoin hat seinen jüngsten Kursrutsch am Samstag fortgesetzt und ist deutlich unter die wichtige Marke von 20.000 Dollar gefallen. Die älteste und bekannteste Kryptowährung kostete zeitweise nur noch 17.649 Dollar, etwa 14 Prozent weniger als am Freitag und so wenig wie seit 18 Monaten nicht mehr.

          Im November war ein Bitcoin mit rund 68.000 Dollar noch fast viermal so teuer, seit Jahresbeginn ist der Wert um mehr als 60 Prozent gefallen.

          Ethereum büßte in dem Zeitraum 73 Prozent ein. Der zusammengerechnete Börsenwert aller knapp 20.000 Kryptowährungen war dem Branchendienst CoinMarketCap.com zufolge zuletzt unter die Schwelle von einer Billion Dollar gefallen.

          „Kleinanleger dauerhaft verschreckt“

          „Das Durchbrechen der 20.000-Dollar-Marke zeigt, dass das Vertrauen in die Kryptoindustrie kollabiert ist“, sagte Marktanalyst Edward Moya von The Americas OANDA am Samstag. „Es gibt zu viele Kryptowährungen und Kryptobörsen, die unter enormen finanziellem Druck stehen angesichts der Fremdkapitalkosten“, erklärte er mit Blick auf steigende Zinsen. Viele Kleinanleger, die ihr Geld in Kryptowährungen investiert hatten, würden nun dauerhaft verschreckt. Der Kursrutsch geht einher mit deutlichen Verlusten an den weltweiten Aktienmärkten aus Sorge vor einer Rezession.

          Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst von CMC Markets, hatte erst vor wenigen Tagen auf einen allgemeinen Ausverkauf an den Risikomärkten verwiesen. Sollte Bitcoin zum Monats-Schluss nicht wieder auf knapp 33.000 Dollar steigen, drohe aus technischer Sicht ein weiterer Absturz bis an die 10.000er Marke.

          Beunruhigende Entwicklungen

          Am Markt für Cyberdevisen hatte Investoren zuletzt auch die Schieflage von Celsius Networks besorgt, einem Anbieter von Kryptowährungskrediten. Celsius hatte erklärt, Abhebungen und Überweisungen zwischen Konten ruhen zu lassen, um die Liquidität und den Betrieb zu stabilisieren. Das Unternehmen verleiht digitales Geld, vergibt mit Kryptowährungen besicherte Kredite und bietet Sparprodukte für Kunden an, die ihre Cyber-Devisen bei dem Unternehmen anlegen. Auf ihrer Website wirbt die Firma mit jährlichen Renditen von bis zu 17 Prozent.

          Am Markt wurde befürchtet, dass andere Unternehmen aus der Branche mit in den Abgrund gerissen werden. Ein Problem sei, dass Firmen wie Celsius in einer Grauzone operierten, hatte Matthew Nyman von der Anwaltskanzlei CMS erklärt. Anders als klassische Banken unterlägen sie keiner klaren Regulierung mit entsprechenden Offenlegungspflichten.

          Mehrere Firmen der Branche haben die Entlassung tausender Mitarbeiter angekündigt. Vor diesem Hintergrund hatten sich Anleger zuletzt auch von Aktien aus dem Kryptowährungssektor und von Unternehmen getrennt, die sich mit den Krypotowährungen zugrundeliegenden Blockchain-Technologie befassen.

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