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Biotechnologie : Markt für Krebstherapeutika

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          Der Markt für Krebstherapeutika wird bisher dominiert durch Aromatrase Inhibitoren (Arimidex und Femara), Taxane (Taxol und Taxatere) und einer neuen Klasse von Medikamenten, die bekannt sind als selektive Oestrogen Rezetptor Modulatoren (Arzoxifene, Evista, Lasofoxifene und Serm III).

          Monoklonale Antikörper, Vakzine (Impfstoff) und Gentherapien, die sich zur Zeit in der Entwicklungspipeline vieler Biotechnologieunternehmen befinden, versprechen spezifischer zu sein, und könnten einen erheblichen Fortschritt bei der Therapie von Brustkrebs bedeuten. So befindet sich ein Vakzin mit dem Namen Theratope des Unternehmens Biomira gegen Brustkrebs bereits in einer späten Entwicklungsphase und ist von der FDA im Mai 2000 im „Fast Track“ Zulassungsverfahren aufgenommen worden.

          Angiogenesis Inhibitoren bieten neue Hoffnung

          Viel Hoffnung wird auch in Angiogenesis Inhibitoren als zukünftige Krebstherapeutika gesetzt. Die ersten Angiogenesis Produkte werden wahrscheinlich ab 2004 die Zulassung finden. Ab dem Jahr 2006 ist mit dem Markteintritt mehrerer Produkte zu rechnen. Diese Produkte könnten bei 90 Prozent aller diagnostizierten Krebserkrankungen Anwendung finden, wenn die Medikamente bei Patienten mit soliden Tumoren eingesetzt werden.

          Angiogenesis Inhibitoren sind zytostatische (zellhemmende) Substanzen, die in die Blutzufuhr des Tumors eingreifen und den Tumor nicht als primäres Ziel haben. Dadurch, dass die Angiogenesis Inhibitoren die Blutzufuhr zu den Krebszellen unterbinden sollen, könnten sie eine bedeutende adjunkte Therapieform zu den bestehenden Standards bedeuten. Im Jahr 2000 erzielten zytostatische Medikamente einen Umsatz von circa 8,4 Milliarden Dollar. Ein jährliches Marktwachstum von acht Proozent kann als realistisch angesehen werden.

          Da die Angiogenesis Produkte keine direkte Konkurrenz zu den bisherigen zytostatischen Medikamenten sind, könnte der Markt eine vergleichbare Größe erreichen, vorausgesetzt die Effektivität ist gegeben. Zur Zeit befinden sich mehr als 20 Substanzen in den verschiedenen klinischen Entwicklungsstadien. Unternehmen mit einem starken Forschungsschwerpunkt bei den Angiogenesis Inhibitoren sind unter anderen Pharmacia, Pfizer, Bristol-Myers Squibb, AstraZeneca, Novartis, Genentech, Aeterna, Celgene und Magainin Pharmaceuticals.

          Investments in Krebstherapeutika

          Für Investoren bieten sich in den genannten Unternehmen die Möglichkeit, an dem starken Wachstumsmarkt der Krebstherapeutika teilzunehmen. Die Pharmakonzerne bieten dabei häufig den sichereren Hafen. Sie haben allerdings nicht die Kurspotenziale (upsides) aufzuweisen, wie sie sich bei Biotechnologieunternehmen bieten. Generell gilt bei Pharma- und Biotechnoloigieunternehmen, die Krebstherapeutika entwickeln, dass sich die Fehlschläge in der Entwicklung erst sehr spät, nämlich in der Phase III, herausstellen. Das Beispiel Maxim Pharmaceuticals zeigt das deutlich. Die Investments sind daher auch mit einem hohen Risiko verbunden, was unbedingt beachtet werden muß.

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