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Biotechnologie : Kurzporträt: Serono S.A.

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          Stichworte

          - Technologieführer in der Reproduktionsmedizin, Marktanteil 60 Prozent
          - Umsatzwachstum 15 Prozent im Jahr 2000 (nach Herausrechnung der Währungseffekte von rund sechs Prozent)
          - Kurzfristig sind keine neuen signifikanten Umsatzbringer in der Pipeline, jedoch ermöglicht die gute Cash-Position ein anorganisches Wachstum durch Fusionen und Übernahmen
          - Serono hat bekundet zwischen 500 und 2.000 Millionen Dollar für Akquisitionen aufzuwenden
          - Das Unternehmen verfügt trotz eines Kurseinbruchs noch über ein hohes Kurs-Gewinn Verhältnis, langfristig kann der Gewinn pro Aktie (EPS) um 25 Prozent pro Jahr wachsen




          Geschäftsstrategie

          In den 80er Jahren begann Serono mit Hilfe der Gentechnik hochreine und in ihrer Qualität reproduzierbare Proteine zu gewinnen. Damit ersetzten sie die Proteingewinnung aus natürlichen Rohstoffquellen, wie Urin. Serono hat sehr früh das Potenzial rekombinanter therapeutischer Proteine bzw. Peptide erkannt und neben der Firma Genentech Inc. Hormone entwickelt und in die Vermarktung aufgenommen. Allein in den USA macht der Markt auf dem Gebiet der reproduktionsmedizinischen Therapeutika gegen Unfruchtbarkeit 900 Millionen Dollar aus. Mit über 60 Prozent Anteil am Gonadotropinmarkt ist Serono Marktführer mit den Produkten Gonal-F, Metrodin HP, Pergonal, Profasi und Cetrotide (Umsatz 592 Millionen Dollar in 2000). Serono baut sein Produktportfolio in den Bereichen Reproduktionsmedizin, neurodegenerative Erkrankungen, Wachstumsstörungen und AIDS stetig aus.

          Produkte

          Auf dem Gebiet der reproduktionsmedizinischen Therapeutika, die jährlich mit rund fünf Prozent wachsen, wird der Umsatz durch Gonal-F (Umsatz etwa 366 Millionen Dollar in 2000) und zwei neuer Produkteinführungen mit Luveris und Ovidrel voraussichtlich 610 Millionen Dollar (plus sieben Prozent) betragen. Gonal-F ist ein rekombinantes Hormon, das bei Frauen den Eisprung stimuliert und bei Männern die Produktion von Sexualhormonen anregt, die zur Spermienbildung benötigt werden. Bei Luveris und Ovidrel handelt es sich um ein rekombinantes human luteinizing hormone (r-hLH) und ein rekombinantes human chorionic gonadotropin (r-hCG). Mit beiden Produkten wird Serono das komplette Spektrum an rekombinanten Gonadotropinen abdecken. Durch die geplanten Produkteinführung könnte der Verkauf von rekombinaten Hormonen (GONAL-FÒ) gegenüber den aus Naturstoff (Urin) gewonnenen Hormonen einen weiteren Wachstumsschub bekommen.

          Im Bereich neurodegenerativer Erkrankungen wird Rebif, ein rekombinantes Interferon(IFN)-beta 1a, das aus Säugerzellen gewonnen wird und mit dem natürlich vorkommenden menschlichen Interferon-beta 1a eigentlich identisch ist, den stärksten Zuwachs erleben. In 2000 wuchs das Medikament um 95 Pozent (279 Millionen Dollar in 2000) und wurde bei über 50 Prozent der Multiple Sklerose- (MS) Patienten außerhalb der USA verwendet. Ein Markteintritt in den USA ist dagegen aufgrund des Orphan Drug Status des Produktes Avonex der Firma Biogen derzeit nicht möglich. Der Orphan Drug Status garantiert sieben Jahre Marktexklusivität. Zeigt Rebif in den zur Zeit durchgeführten Studien eine bessere Wirksamkeit als Avonex, so könnte Rebif bereits Mitte 2002 auf den USA gebracht werden. Rebif wird in klinischen Studien in Phase Zwei bei der Crohn-Krankheit und Colitis getestet. Die Ergebnisse werden in 2001 erwartet. Ergebnisse aus einer Phase Zwei klinischen Studie zu chronischer Hepatitis C wird in der zweiten Hälfte von 2001 erwartet.

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