https://www.faz.net/-gv6-2gd5

Biotechnologie : Kurzporträt: Amgen Inc.

  • -Aktualisiert am

Bild:

          Stichworte

          - Drei große Produkte: Epogen, Neupogen und Infergen
          - neun Produkte, etwa aus den Bereichen Krebstherapeutika und blutbildende Faktoren, sind in der Entwicklung
          - Neueinführungen in diesem Jahr geplant, darunter Aranesp, dessen Umsätze sich auf 350 Millionen Dollar pro Jahr belaufen können
          - Für Abarelix Depot besteht ein „Fast Track“- Zulassungsverfahren
          - Für Anfang 2002 kann mit der Produkteinführung von SD-01 gerechnet werden
          - Starke Patentposition in den USA und Europa, die durch den gewonnenen Patentstreit gegen Transkaryotic belegt wurde
          - Dank der Produkt-Pipeline kann der Gewinn pro Aktie langfristig um 20 Prozent jährlich wachsen






          Geschäftsstrategie

          Amgen Inc. zielt auf die weltweite Technologie- und Marktführerschaft im Bereich kostengünstiger Therapeutika ab, die auf der Grundlage der Zell- und Molekularbiologie entwickelt werden. Die bisher zugelassenen Therapeutika werden zu den bedeutendsten Fortschritten in der Pharmazie gezählt. Derzeit werden drei Produkte vermarktet: Epogene (Umsatz 2001 geschätzt circa 2.180 Millionen Dollar) und Neupogen (Umsatz: 1.350 Millionen Dollar) und Infergen (Umsatz: 19 Millionen Dollar). Im Jahr 1999 steigerte das Unternehmen die Investitionen in Forschung und Entwicklung um 24 Prozent auf 823 Millionen Dollar. Auch 2001 und 2002 werden voraussichtlich 24 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung investiert. Diese konsequent durchgeführte Strategie führt zu einer stetigen Erweiterung der Produkt-Pipeline.

          Produkte

          Epogen (Epoetin alpha) ist ein rekombinantes, das heißt gentechnisch hergestelltes Protein und ersetzt körpereigens Erythropoetin, das die Produktion roter Blutkörperchen stimuliert. Das Medikament kommt Dialyse-Patienten zugute. Denn bei chronischen Nierenfunktionsstörungen werden im Körper nur geringe Mengen Erythropoetin produziert, weshalb die Produktion der für die Sauerstoffversorgung so wichtigen Erythrozyten zurückgeht. Epogen schafft hier Abhilfe. Für Epogen wurde bereits 1987 ein Patent erteilt, 1989 wurde es von der US-Zulassungsbehörde FDA zugelassen.

          Neupogen unterstützt die körpereigene Produktion der neutrophilen Granulozyten, das heißt der weißen Blutkörperchen, die für die Immunabwehr zuständig sind. Das Produkt wird unter anderem zur Infektionsbekämpfung bei fiebriger Neutropenie, also dem Mangel an neutrophilen Granulozyten, und während der Chemotherapie von Leukämien eingesetzt. Vor Transplantationen werden durch Neupogen die peripheren Vorläuferzellen der Blutzellen mobilisiert. Neupogen findet darüber hinaus Verwendung bei der Neutropenie (Verminderung der Granulozyten im Blut) von HIV-infizierten Patienten. In den USA, Australien und Kanada ist Neupogen für diese Indikation zugelassen.

          Infergen (interferon alphacon-1) ist ein biotechnologisch hergestelltes, nicht natürliches vorkommendes Interferon, das zur Behandlung chronischer Hepatitis C verwendet wird.

          Produktkandidaten

          Derzeit sind neun Produkte in der Entwicklung. Dabei handelt es sich um Krebstherapeutika und blutbildende Faktoren und um Medikamente aus den Bereichen Neurobiologie, Endokrinologie und Entzündungskrankheiten. Darüber hinaus wird ein Protein getestet, das den Knochenabbau inhibiert.
          Am weitesten fortgeschritten sind Aranesp (Novel erythropoeisis stimulating protein), Abarelix und Kineret (IL-1ra) sowie SD/01, die bis 2002 auf den Markt gebracht werden sollen.

          Nesp ist ein neues, die Bildung von Erythrozyten stimulierendes Protein, das rekombinant hergestellt wird. Im Vergleich zu Epogen hat Nesp im Serum eine längere Halbwertzeit, was die Zahl der Verabreichung vermindert. Zwei Patientengruppen werden von Nesp profitieren: Nieren- und Krebspatienten. Für die Anwendung bei Nieren-Patienten wurde noch 1999 eine Zulassung sowohl in den USA als auch in Europa beantragt. Der Antrag basiert auf Daten, die aus klinischen Versuchen sowohl mit Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz als auch Dialyse-Patienten stammen. Phase-Zwei-Studien mit Krebspatienten wurden in den USA und Europa erfolgreich durchgeführt.

          Ende 2000 wurde ein Antrag auf Zulassung von Abarelix für die USA gestellt. Abarelix ist einen Peptid-Antagonist, der ein im Hypothalamus gebildetes "Neurosekret" inhibieren soll, das die Ausschüttung des in der Hypophyse gebildeten Hormons Gonadotropin reguliert. Gonadotropin wiederum steuert die Produktion von Testosteron beim Mann und Östrogen bei der Frau. 85 Prozent von Prostatakrebs-Erkrankungen sind in ihrem Verlauf von der Ausschüttung von Testosteron abhängig. Eine gängige Therapie beim Prostatakarzinom ist daher die Verwendung von agonistisch wirkenden Hormonen, was mit gravierenden Nebenwirkungen verbunden ist. Mit Abarelix wird ein anderer Weg beschritten, denn Abarelix blockiert bereits in einem frühen Stadium die Produktion von Testosteron.
          Auch für Kineret wurde ein Zulassungsantrag bei der FDA gestellt. Bei Kineret handelt es sich um einen rekombinanten Interleukin-1-Rezeptor-Antagonisten, der als antiinflammatorisches Protein gegen rheumatoide Arthritis eingesetzt werden soll.

          Phase-Drei-Studien in den USA, Kanada, Europa und Australien finden für den vierten Produktkandidaten, für SD-01, statt. SD-01 hat die Fähigkeit, der durch Chemotherapie verursachten Neutropenie wirksam zu begegnen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Nach Unwettern : Verkehr in Teilen Deutschlands gestört

          Ein starkes Unwetter sorgt in Teilen Deutschlands für Störungen und Ausfälle im Bahnverkehr. Auch auf vielen Autobahnen gibt es massive Behinderungen. Am Frankfurter Flughafen wird die Abfertigung zwischenzeitlich eingestellt.
          Hans Kammler (Mitte) auf dem Weg zu einer rüstungstechnischen Anlage bei Ebensee (1944).

          „Hitlers Geheimwaffenchef“ : Der verschwundene SS-General

          Hans Kammler gehörte zur engeren Führung des NS-Regimes. Er war mitverantwortlich für den Holocaust. Im Mai 1945 soll er Suizid begangen haben. Doch daran gibt es große Zweifel, wie das ZDF zeigt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.