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Plus von mehr als 66 Prozent : Biotech-Aktien sind in der Corona-Krise gefragt

Forscher auf der ganzen Welt tüfteln an Impfungen und Medikamenten gegen das Coronavirus. Bild: AFP

Nicht nur Pharmakonzerne, auch Biotechunternehmen entwickeln emsig Impfungen, Medikamente und Diagnostikprodukte in der Corona-Krise. Ihre Aktienkurse haben an der Börse Euronext zuletzt einen deutlichen Sprung hingelegt, wie eine Erhebung zeigt.

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          Rund um den Globus arbeiten zig Konzerne, Biotechunternehmen, Institutionen und Universitäten an Impfungen und Medikamenten gegen das Coronavirus. Hierzulande haben Curevac und die an der amerikanischen Nasdaq notierte Biontech SE aus Mainz zuletzt viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Wie sich die Krise im Allgemeinen auf die Biotechbranche und vor allem ihre börsennotierten Unternehmen auswirkt, zeigt die Erhebung „Biotech Barometer“ der europäischen Mehrländerbörse Euronext, die regelmäßig aufgestellt wird.

          Ilka Kopplin

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Demnach stieg der Kurs der insgesamt 61 an der Euronext gelisteten Biotechunternehmen im ersten Halbjahr dieses Jahres im Durchschnitt um 66,8 Prozent. Hervorzuheben sind dabei französische Unternehmen, deren Aktienkurs sich in diesem Zeitraum um durchschnittlich 85,3 Prozent gesteigert hat, während niederländische einen Rückgang um 17,3 Prozent und belgische Unternehmen ein Minus von 1,5 Prozent hinnehmen mussten.

          Wie sehr die Kurse durch die Corona-Krise getrieben werden, zeigt ein anderer Vergleich: Die Aktienkurse der 14 Unternehmen, die gegen das Coronavirus Impfungen entwickeln, Medikamente vorantreiben oder Diagnostikprodukte vertreiben, haben seit Jahresbeginn im Durchschnitt um 233,7 Prozent zugelegt, während die restlichen 47 Unternehmen einen vergleichsweise moderaten Anstieg von durchschnittlich 17,1 Prozent verzeichnet haben.

          Plus 1983 Prozent

          Extreme Ausreißer sind dabei das französische Diagnostikunternehmen Novacyt mit einem Plus von 1983 Prozent oder auch der Kurs des französischen Wirkstoffentwicklers Biophytis, der im ersten Halbjahr immerhin um 380 Prozent zulegte. Das norwegische Biotechunternehmen Bergenbio, dessen Kurs um 44 Prozent gestiegen ist, hatte Anfang Juni mitgeteilt, das Medikament Bemcentinib in einer klinischen Studie der Phase II gegen das Coronavirus zu testen.

          Zudem zeigt die Marktkapitalisierung der Biotechunternehmen in den ersten sechs Monaten des Jahres einen positiven Trend: Insgesamt legte sie um 4,5 Milliarden Euro auf ein Rekordhoch von rund 29 Milliarden Euro zu. Im Durchschnitt stieg die Marktkapitalisierung der 61 Unternehmen von 273 Millionen Euro zu Beginn des vergangenen Jahres auf 475 Millionen Anfang 2020.

          Dennoch sollte die Erhebung nicht darüber hinwegtäuschen, dass Biotechunternehmen häufig an die amerikanische Nasdaq gehen, weil sie dort ein stärkeres Investorenumfeld erwartet. So sind beispielsweise auch Biontech und Morphosys an der amerikanischen Technologiebörse gelistet. Auch vom Tübinger Unternehmen Curevac heißt es, dass es dort an die Börse gehen will.

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