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Nach Warren Buffett : Bill Gates verkauft eine Million Apple-Aktien

Bild: dpa

Nach Investorenlegende Warren Buffett hat nun auch die Stiftung von Bill und Melinda Gates ihre Anteile am iPhone-Hersteller reduziert. Andere Tech-Werte gibt sie ganz auf.

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          Nach dem jahrelang sehr guten Lauf der Apple-Aktie hat nun ein zweiter namhafter Investor den Verkaufsknopf gedrückt. Eine Million Aktien des iPhone-Konzerns hat die Bill und Melinda Gates Stiftung im Schlussquartal 2020 verkauft, wie aus nun veröffentlichten Berichten an die amerikanische Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Damit hat sich die Stiftung, die einen Teil des Vermögens des Microsoft-Gründers verwaltet, ihr Investment in Apple um die Hälfte reduziert. 

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Bei anderen Technologiekonzernen zog sich die Stiftung sogar ganz zurück. So verkaufte sie alle ihre Anteile an dem Fahrdienstleister Uber und an dem chinesischen Internet-Riesen Alibaba, dessen Gründer und Vorstandsvorsitzender Jack Ma im vergangenen Herbst für ein paar Wochen überraschend von der Bildfläche verschwunden war. An beiden Unternehmen hielt die Stiftung allerdings geringere Anteile. Laut vorangegangenen SEC-Meldungen waren es zuletzt 550.000 Alibaba-Aktien und 26.000 Uber-Anteilsscheine. Reduziert hat die Stiftung auch ihre Engagements in Amazon und dem Google-Mutterkonzern Alphabet.

          Ende des Tech-Höhenflugs in Sicht? 

          An den Märkten fragen sich viele nun, ob und wie lange der Höhenflug der großen Technologiekonzerne noch weitergehen kann. Zweifler sehen sich in Schritten wie denen von Bill Gates und kurz zuvor der Fondsgesellschaft von Investoren-Legende Warren Buffett, Berkshire Hathaway, bestätigt. Erst vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass Berkshire ihren Anteil an Apple um 6 Prozent reduziert hat.

          Mit einem Wert von rund 120 Milliarden Dollar bleibt der iPhone-Konzern zwar das größte Einzelinvestment von Buffett. Doch die Zukäufe, die die Gesellschaft gleichzeitig bekannt gegeben hat, sprechen für eine gewisse Umschichtung.

          Im großen Stil stieg Buffett beim amerikanischen Telefonanbieter Verizon und dem Ölkonzern Chevron ein. An Verizon hält Berkshire Hathaway jetzt Anteile von 8,6 Milliarden Dollar und an Chevron von 4,1 Milliarden Dollar. Schon im Spätsommer war Buffett bei der amerikanischen Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom, T-Mobile US, eingestiegen. Das Investment hat er im Schlussquartal noch einmal auf jetzt 639 Millionen Dollar erhöht. Als zwei neue Schwerpunkte setzt Buffett also auf einen möglichen Boom am Ölmarkt nach dem Abklingen der Corona-Krise und auf die Chancen des neuen Internet-Standards 5G.

          Sowohl Berkshire Hathaway als auch die Bill und Melinda Gates Stiftung setzen zudem auf weitere medizinische Neuerungen. Zwar hat die Buffett-Gesellschaft ihren Anteil an dem Biontech-Partner Pfizer im Wert von 136 Millionen Dollar verkauft. Beteiligungen an den Pharma-Konzernen Abbvie, Merck & Co und Bristol Myers Squibb wurden aber ausgeweitet. Die Stiftung des Microsoft-Gründers stockte vor allem ein Investment kräftig auf: Das Engagement an Schrödinger hat sie um 2 Millionen auf nun 6,9 Millionen Aktien aufgestockt. Der amerikanische Konzern liefert Software für die Wirkstoffforschung.

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