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Geldanlage : Weiter in Klimasünder investieren!

  • -Aktualisiert am

Bill Gates rät dazu Bild: AFP

Microsoft-Gründer Bill Gates, einer der reichsten Menschen der Erde, hat der „Financial Times“ kürzlich ein bemerkenswertes Interview gegeben. Darin entkräftet er eine zentrale These der Klimademonstranten.

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          Bill Gates, der Microsoft-Gründer und einer der reichsten Menschen der Erde, hat der „Financial Times“ in der vergangenen Woche ein bemerkenswertes Interview gegeben. Er wandte sich in der britischen Wirtschaftszeitung direkt an die Klima-Aktivisten aus aller Welt. Diese fordern schon seit langem Investoren dazu auf, Ölkonzernen und anderen Unternehmen mit hohem CO2-Ausstoß Kapital zu entziehen und deren Aktien zu verkaufen. „Divestment“ heißt der englische Begriff, der sich dafür eingebürgert hat.

          Sie sollten ihre Forderung überdenken, mahnte nun Gates in Richtung der Aktivisten: „Divestment hat, Stand heute, nicht dazu geführt, dass auch nur eine Tonne Kohlendioxid weniger emittiert wurde.“ Auch wenn dies die Klimaschützer nicht gern hören werden: Bill Gates hat recht. Dazu muss man sich nur klarmachen, wie moderne Aktiengesellschaften funktionieren.

          Die vielen täglich nötigen Entscheidungen trifft zwar das Management. Aber dieses ist in letzter Instanz immer den Eigentümern des Unternehmens gegenüber verantwortlich, also den Aktionären. Gegen den erheblichen Widerstand der Eigentümer kann keine Geschäftsstrategie weiterbestehen und sich kein Vorstand der Welt im Amt halten. Dies muss man mitbedenken, wenn man von Investoren fordert, ihre Aktien zu verkaufen. Wer abspringt, gibt Einfluss auf und überlässt anderen das Feld.

          Klimaschützer sollten sich keine Illusionen machen. Großinvestoren wie beispielsweise Fondsgesellschaften haben die verantwortungsvolle Aufgabe, das Geld ihrer Kunden im besten Fall zu vermehren und im schlechtesten Fall wenigstens vor Verlusten zu bewahren. Sie werden eine Aktie nicht einfach deswegen verkaufen, weil es ihnen moralisch geboten scheint. Zumal auch ein einfacher Grundsatz jeglicher Geldanlage dagegen spricht, nun einfach nur noch in die umweltfreundlichsten Unternehmen zu investieren: Man hätte am Ende ein viel zu konzentriertes Portfolio ohne jegliche Streuung.

          Besser und wirksamer ist ein anderer Weg. Die Investoren sollten ihre Aktien behalten und Druck auf das Management ausüben, Aspekte des Klimaschutzes in Zukunft stärker mitzubedenken. Das ist übrigens auch im ureigensten Interesse der Unternehmen. Wer in Zeiten des Klimawandels die besten Technologien entwickelt, kann sich am Ende nämlich über gute Geschäfte freuen.

          Dennis Kremer

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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