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Bezahlen in den Niederlanden : Oranje bargeldlos

Radfahrer in einer fast leeren Straße in Amsterdam Mitte Dezember 2020 Bild: Reuters

Die sonst so bürgerrechtsbewussten Niederländer nehmen erstaunlich gelassen hin, wie ihnen die Anonymität beim Bezahlen geraubt wird. In Deutschland ist der Trend bisher zum Glück weniger ausgeprägt.

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          Es passiert immer öfter in den Niederlanden: Wer essen geht, einen Kinofilm schaut oder Bus fährt, kann nicht mehr bar zahlen. Betreiber zwingen den Kunden zur Karte – was sie leider dürfen. Die Bürger wickeln nur noch ein Drittel der Zahlungen mit Schein und Münze ab: laut EZB so wenig wie in keinem anderen Land der Eurozone. Vornehmlich liegt das an ihnen selbst, weil sie die Karte bequem finden.

          Doch wächst die Zahl der Geschäfte, die die Bargeldannahme verweigern, und zwar nicht oder jedenfalls nicht nur wegen Corona. Schon vor der Pandemie gab zum Beispiel ein Viertel der Betreiber im Amsterdamer Gastgewerbe an, binnen fünf Jahren, also bis 2024, wahrscheinlich Bargeld abzulehnen. Jede digitale Zahlung hinterlässt Spuren, ermöglicht Bewegungs- und Vorliebenprofile. Sich darum zu sorgen ist keine Paranoia, denn die Beispiele von Missbrauch sind Legion.

          Die sonst so bürgerrechtsbewussten Niederländer nehmen erstaunlich gelassen hin, wie ihnen die Anonymität geraubt wird. In Deutschland ist der Trend bisher zum Glück weniger ausgeprägt, wobei jeder Fall zu viel ist. Das Nachbarland – ansonsten gesellschaftlich oft nachahmenswert – ist hier ein schlechtes Vorbild.

          Klaus Max Smolka
          Redakteur in der Wirtschaft.

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