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Betrugsvorwürfe : Großaktionär nimmt Grenke in die Pflicht

Unter Beobachtung: Grenke-Zentrale in Baden-Baden Bild: Bloomberg

Der Fondsverwalter Gané hält die Auswirkungen der Corona-Krise auf das Leasingunternehmen für weniger dramatisch. Das Unternehmen verfüge über ein „robustes und zuverlässiges Risikomodell.“

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          Der angegriffene Unternehmensfinanzierer Grenke erhält zum wiederholten Male Unterstützung von seinem Großaktionär. Die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Grenke-Bilanz schätze er im zweiten Halbjahr weniger dramatisch ein als im ersten, schrieb am Freitag Uwe Rathausky vom Fondsverwalter Gané. Er reagierte damit unaufgefordert auf Spekulationen, wonach Grenke mit weiteren Zahlungsausfällen seiner Kunden zu rechnen hat, wenn im Oktober die zwischenzeitlich ausgesetzte Insolvenzantragspflicht teilweise wieder gilt.

          Bernd Freytag

          Wirtschaftskorrespondent Rhein-Neckar-Saar mit Sitz in Mainz.

          Im ersten Halbjahr musste Grenke den Aufwand für Schadensabwicklung und Risikovorsorge auf 113 Millionen Euro fast verdoppeln. Rathausky weist nun darauf hin, dass der Anstieg zum großen Teil auf veränderte Bilanzvorschriften zurückzuführen gewesen sei. In der zweiten Jahreshälfte werde es zwar zu Nachholeffekten bei Insolvenzmeldungen kommen, eine Gefahr für Grenke sieht er aber offenbar nicht. Das Unternehmen verfüge über ein „robustes und zuverlässiges Risikomodell.“

          Gané hält nach eigenen Angaben gemeinsam mit der Frankfurter Fondsgesellschaft Acatis 9 Prozent der Aktien. Grenke steht seit Tagen unter Beschuss: Der britische Spekulant Fraser Perring hält dem Unternehmen Bilanzbetrug und undurchsichtige Insidergeschäfte mit dem Gründer Wolfgang Grenke vor. Mit detaillierten Stellungnahmen und zwei angekündigten Sonderprüfungen versucht die Verwaltung, die Vorwürfe zu entkräften. Der Aktienkurs hat trotzdem deutlich verloren: Derzeit liegt er bei 31,60 Euro, vor den Vorwürfen waren es 55 Euro.

          GRENKE AG NA O.N.

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          Gané und Acatis haben sich schon mehrfach hinter den Vorstand gestellt. Zugleich erhöhen auch sie nun weiter den Druck auf das Management: Rathausky forderte am Freitag, das Leasingeschäft künftig nach Branchen aufzuschlüsseln, um mögliche Risiken besser abschätzen zu können. Zudem solle Grenke die Franchisegesellschaften künftig selbst finanzieren. Bisher wurden diese über eine Zweckgesellschaft namens CTP finanziert, die im Februar offiziell von Wolfgang Grenke übernommen worden war. Wem das Vehikel davor gehörte, darüber schweigen sich Unternehmen und Gründer aus.

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