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Betrug auf Trading-Plattformen : Sattes Lehrgeld

  • -Aktualisiert am

Niedrige Zinsen und der anhaltende Aktienboom bringen immer mehr Privatanleger an die Börse. Das macht es unlauteren Anbietern leichter. Bild: dpa

In der Gemengelage aus Niedrigzinsphase und Anlagedruck hat mancher Anleger den Überblick verloren. Opportunität und Gier siegten über die Vorsicht.

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          Stellen wir uns vor, Sie heben 250 Euro von Ihrem Konto ab und drücken das Geld der nächstbesten, unbekannten Person auf der Straße in die Hand. So was gibt es nicht? Laut Staatsanwälten ist das Szenario auf einigen Trading-Plattformen gelebter Alltag. Deutsche Privatanleger, ansonsten nicht für ihre Risikofreude bekannt, zocken auf Plattformen wie „Fx-Leader“ mit hoch spekulativen Finanzderivaten.

          Die Rechnung für so viel Naivität im Umgang mit dem eigenem Vermögen liegt nun vor. Mindestens 15 Millionen Euro sollen organisierte Banden deutschen Sparern in den letzten zwei Jahren abgezweigt haben. Geld, das trotz des großen Engagements der Fahnder, längst auf Offshore-Konten liegt und in Kryptowährungen umgetauscht ist. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass auf den Konten eines vermeintlichen Strippenziehers auf Zypern noch viel zu holen sein wird. Schon gar nicht wird es ausreichen, den Totalausfall von Zehntausenden Anlegern zu kompensieren.

          Der Schwarze Peter kann der Finanzaufsicht diesmal nicht zugeschoben werden. Die BaFin hat seit 2018 vor dem CFD-Handel im Internet gewarnt, im vergangenen Jahr mehreren Anbietern den Eigenhandel verboten. In der Gemengelage aus Niedrigzinsphase und Anlagedruck hat mancher Anleger den Überblick verloren. Opportunitäten, vielleicht auch die Gier, haben über die Vorsicht gesiegt. Das ist die schlechteste aller Anlagestrategien.

          Marcus Jung
          Redakteur in der Wirtschaft.

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