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Berliner Volksbank : Negativzinsen schon ab 100.000 Euro

Markenzeichen der Volks- und Raiffeisenbanken Bild: dpa

Immer mehr Banken verlangen Negativzinsen. Die Belastung wird daher für eine steigende Zahl von Verbrauchern Alltag.

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          Die Berliner Volksbank hat offenbar als eines der ersten größeren Institute eine neue Negativzins-Regelung eingeführt. Wie das Internetportal Verivox am Dienstag berichtet, verlangt die größte deutsche Volksbank laut Preisaushang im Internet jetzt einen Negativzins von 0,5 Prozent auf Einlagen von 100.000 Euro an. Dieser Freibetrag werde Neukunden beim Abschluss von Verträgen nach dem 1. Oktober genannt, berichtet das Internetportal. Ansonsten gelte offenbar die Regelung „Freibeträge werden individuell vereinbart“.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Pressestelle der Berliner Volksbank verwies am Mittwoch auf eine Pressemitteilung vom September, wonach für ab 1. Oktober neu eröffnete Konten ein Strafzins von 0,5 Prozent fällig werde. Die Bank spricht dabei jedoch von „hohen Freibeträgen“ von 100.000 Euro für Privatkunden und von 500.000 Euro für gewerbliche Kunden. Der Strafzins wird „nur“ auf die Teile der Einlage berechnet, welche die Freibeträge übersteigen. Diese werden nur einmal je Kunde berücksichtigt.

          Negativzinsen werden durch den Schritt in Berlin auch für Normalkunden praxisrelevant. Wer hohe Ersparnisse in liquiden Mitteln hält oder gerade eine Abfindung, Erbschaft oder Zahlung aus einem Haus- oder Wohnungsverkauf erhalten hat, wird schnell über dem Freibetrag liegen.

          Zwei weitere Banken hätten ihre Negativzinsen ebenfalls angepasst, berichtet Verivox weiter. Die Raiffeisenbank Oberland mit Sitz im bayerischen Bad Tölz und die Volksbank Ettlingen im Landkreis Karlsruhe senkten ihren Negativzinsen auf große Spareinlagen weiter ins Negative auf minus 0,5 Prozent und setzten den Freibetrag, von dem an der Negativzins erhoben wird, auf 250.000 Euro herab.

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