https://www.faz.net/aktuell/finanzen/benzinpreise-sinken-klimaschutz-wuerde-hoehere-preise-erfordern-18477055.html

Spritpreise : Billiger tanken

Die Spritpreise an den Tankstellen sind wieder etwas gesunken. Bild: Saskia Stöhr

Dürfen Autofahrer sich über günstigeres Benzin freuen, auch wenn der Klimaschutz eigentlich höhere Preise erfordern würde?

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          Die Spritpreise in Deutschland sind deutlich gesunken. Mit durchschnittlich 1,79 Euro für Super E10 und 1,91 Euro je Liter für Diesel können Autofahrer günstig tanken wie lange nicht mehr.

          Das wird viele freuen, die mit dem Auto zur Arbeit fahren und unter den hohen Preisen gelitten hatten. Unter dem Gesichtspunkt des Klimaschutzes allerdings sind niedrigere Kraftstoffpreise natürlich kontraproduktiv. Das gilt es immer abzuwägen.

          Immerhin ist das jetzt erreichte Preisniveau aber noch deutlich über dem, was die Politik in Deutschland ursprünglich bei der Einführung eines CO2-Preises für den Verkehr als sinnvolle kontinuierliche Preissteigerung angestrebt hatte, um die Umstellung auf die Elektromobilität zu fördern, ohne Menschen, die auf das Auto angewiesen sind, zu stark zu belasten.

          Aber natürlich kann man kritisieren, dass all diese Bemühungen bislang zu zaghaft waren, immerhin wurden die angestrebten Ziele für den Klimaschutz gerade im Verkehr nicht erreicht. Und natürlich hätte es Möglichkeiten gegeben, soziale Folgen der Transformation auf andere Weise abzufedern.

          Gleichwohl ist es für die Akzeptanz von Klimaschutz im Verkehr vermutlich von Vorteil, wenn die Alternativen zum Individualverkehr besser und günstiger werden, es neue intelligente Verkehrslösungen gibt und Elektroautos leistungsfähiger und preiswerter werden – und es nicht allein ein möglichst hoher Benzinpreis ist, auf den die Politik zur notwendigen Reduktion des automobilen Schadstoffausstoßes setzen muss.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

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