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ADAC-Erhebung : Benzin kostet erstmals seit Jahren im Schnitt 1,50 Euro

Die Ölpreisrally treibt auch die Benzinpreise. Bild: dpa

Der Ölpreis hat in den vergangenen Tagen seine Rally fortgesetzt. Das verteuerte auch das Tanken in Deutschland nochmals. Ausgerechnet die Hoffnung auf ein Ende der Krise treibt die Kosten für Verbraucher.

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          Der Ölpreis hat in den vergangenen Tagen seinen Höhenflug fortgesetzt — und den Benzinpreis in Deutschland auf durchschnittlich 1,50 Euro je Liter getrieben. Das war auf Wochensicht nochmal ein Plus von 0,2 Cent, wie der Autoclub ADAC berichtet. Diesel verteuerte sich auf Wochensicht um 0,3 Cent auf 1,359 Euro je Liter.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Im Rahmen der wöchentlichen Auswertung des ADAC für mehr als 14.000 Tankstellen war es das erste Mal seit langem, dass der Benzinpreis im Durchschnitt in Deutschland die 1,50 Euro erreicht hat, wie ein Sprecher des Autoklubs auf Anfrage bestätigte. An einzelnen Tagen, zu bestimmten Zeiten und an einzelnen Tankstellen war die Marke auch in den letzten Wochen schon überschritten worden. In manchen Städten wie Konstanz lag der Benzinpreis zuletzt sogar schon im Durchschnitt über 1,60 Euro je Liter. Vor allem in den früheren Morgenstunden ist er überall besonders hoch.

          Im Durchschnitt aber war Benzin laut ADAC im Mai 2019 zuletzt ähnlich teuer gewesen wie jetzt, Diesel das letzte Mal im teuren Tank-Herbst 2018.    

          Zum Jahresanfang hatten der neuen CO2-Preis und die Wiederanhebung der Mehrwertsteuer das Benzin in Deutschland verteuert. Der jüngste Preisanstieg aber ist eindeutig eine Folge der Preisrally beim Rohöl, wie der ADAC hervorhebt.     

          Der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent erreichte am Mittwoch mit knapp 75 Dollar je Barrel (Fass zu 159 Liter) ein Zwei-Jahres-Hoch. Seit Monatsbeginn hat sich das Nordseeöl damit um mehr als 6 Prozent und amerikanisches Öl um 8 Prozent verteuert.

          Als wichtigste Gründe für den Preisanstieg werden die robuste Konjunktur in führenden Industriestaaten und eine allgemein freundliche Stimmung an den Finanzmärkten genannt. Hinzu kamen niedrige Zahlen über amerikanische Öl-Lagerbestände. Nach Einschätzung von Fachleuten  der DekaBank verstärkten sich die Erwartungen auf weitere Preisanstiege auch dadurch, dass sich die Rückkehr des Iran als Erdölexporteur verzögern könnte.

          Die Commerzbank hob hervor, mehrere große Ölhändler hätten sehr optimistische Preisprognosen abgegeben; einer erwarte sogar, dass  ein sogenannter „Superzyklus“ den Ölpreis  in Richtung 100 Dollar bringen könnte.

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