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Deutschland an der Spitze : Bekämpfung von Finanzstraftaten wird immer teurer

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So harmlos wie hier ist Geldwäsche eigentlich nicht. Bild: dpa

Um 20 Prozent sind seit dem vergangenen Jahr die Kosten der Bekämpfung von Finanzstraftaten für Unternehmen gestiegen. Deutschland gibt besonders viel aus.

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          Finanzielle Straftaten sind extrem lukrativ. Nicht zuletzt, weil sie bei Gelingen sich sofort auszahlen. Ob Geldwäsche, Terrorfinanzierung oder einfach nur Betrug, Korruption oder Insidergeschäfte an der Börse. Für Finanzunternehmen bedeutet es enorme Kosten, diesen Straftaten vorzubeugen.

          Der Datendienstleister LexisNexis Risk Solutions hat die jährlichen Gesamtkosten nun in einer Studie für Europa, Afrika und den Mittlern Osten auf 117,5 Milliarden Dollar im Jahr beziffert. Basierend auf einer Umfrage unter Fachleuten wurden die geschäftlichen Auswirkungen regulatorischer Veränderungen im Umfeld auch im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie untersucht. Die Kosten sind gegenüber dem Vorjahr immens gestiegen, laut LexisNexis um 21 Prozent. In Deutschland liegt der Anstieg mit 20,2 Prozent auf 57,1 Milliarden US-Dollar etwa im Durchschnitt. Dies entspreche einem überdurchschnittlichen Anteil an den Gesamtkosten der Region, sagt die zuständige Direktorin Nina Kerkez. In Frankreich sind die Ausgaben noch nicht einmal halb so hoch.

          Die Gründe für den Kostenanstieg liegen nicht nur in den verschärften Vorschriften der 6. EU-Geldwäscherichtlinie. Geldwäscher nutzten zudem zunehmend virtuelle Währungen, bevorzugt solche mit verstärkter Anonymität, die just zu diesem Zweck entwickelt worden seien. Die Pandemie habe zudem Telefonbetrug, schädliche Domains, Malware, Ransomware und Phishing zu einem Aufwärtstrend verholfen, bei denen es um den Diebstahl von Geld oder persönlichen Daten geht, die dann zur Ausführung von Finanzstraftaten genutzt werden. Finanzinstitute müssten zumindest in absehbarer Zukunft mit einem Anstieg der Finanzkriminalität rechnen. 70 Prozent der Unternehmen erwarteten, dass die Pandemie in den kommenden 12 bis 24 Monaten weitere Ausgaben in diesem Bereich bewirken werde, wovon mehr als zwei Drittel auf Technik entfallen sollen.

          Längerfristig sorge dies für niedrigere Kosten. Unternehmen, die mehr als die Hälfte des Budgets für Technik ausgeben, hätten vergleichsweise niedrigere durchschnittliche jährliche Kosten als Unternehmen, die mehr Geld für Mitarbeiter ausgeben. Diese Firmen profitierten auch von einer geringeren negativen Auswirkung bei der Aufnahme neuer Kunden.

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