https://www.faz.net/-gv6-a5xrs

BBVA und Sabadell : Gescheiterte Fusion erschreckt spanische Banken

  • Aktualisiert am

An der Börse Madrid drehten viel Bankenaktien ins Minus. Bild: EPA

Der Bankenmarkt in Spanien gilt als überbesetzt. Daher kam die Absage der Fusion zwischen BBVA und Sabadell auch an der Börse schlecht an. Sabadell-Aktien brachen sogar um bis zu 18 Prozent ein.

          1 Min.

          Die beiden spanischen Großbanken BBVA und Banco Sabadell haben ihre Fusionsverhandlungen nach knapp zwei Wochen abgebrochen. Als Grund nannte Sabadell am Freitag unterschiedliche Vorstellungen über die finanziellen Details. Der Verwaltungsrat habe beschlossen, die Gespräche zu beenden, da keine Einigung über das Umtauschverhältnis der beiden Banken erzielt worden sei.

          BBVA teilte mit, die Verhandlungen seien beendet worden, ohne dass ein Ergebnis gefunden worden sei. Sabadell-Aktien sackten an der Börse in Madrid um zeitweise 18 Prozent ab. Das Institut steht nun unter Druck, sich im hart umkämpften spanischen Bankenmarkt zu behaupten.

          BBVA hatte sich Mitte November durch den Verkauf seiner Amerika-Tochter an PNC Financial Services für rund zehn Milliarden Euro die Kassen für eine Übernahme gefüllt. Nur wenige Stunden, nachdem der Deal in den Vereinigten Staaten eingetütet war, hatte BBVA Fusionsverhandlungen mit dem spanischen Wettbewerber öffentlich gemacht. BBVA-Chef Onur Genc hatte aber von Anfang an betont, er habe keine Eile, werde alles in Ruhe prüfen und habe außerdem noch andere Optionen. Bei einer Verschmelzung wäre die zweitgrößte spanische Bank mit Vermögenswerten von fast 600 Milliarden Euro entstanden.

          Bereits am Donnerstag hatte eine spanische Zeitung über das Scheitern der Gespräche berichtet, die Sabadell-Aktie war um 5,4 Prozent eingebrochen. BBVA sei demnach zwar bereit gewesen, den Angebotspreis von knapp 2,5 Milliarden Euro in bar zu bezahlen. Eine von Sabadell geforderte deutliche Preiserhöhung habe BBVA aber abgelehnt. BBVA ist an der Börse 25 Milliarden Euro wert, etwa zehn Mal so viel wie Sabadell.

          Neue Strategie gesucht

          Sabadell will nun nach eigenen Angaben eine neue Strategie ausarbeiten und diese im ersten Quartal präsentieren. Der Fokus des fünftgrößten spanischen Geldhauses solle im Heimatmarkt liegen. Für die britische Tochter TSB würden Optionen geprüft. Schon bevor die Gespräche mit BBVA begonnen hatten, hatte Sabadell Filialschließungen und einen Abbau von rund 2000 Jobs angekündigt. Das entspricht etwa jedem zehnten Arbeitsplatz.

          In Spanien ist der Druck zur Konsolidierung in der Finanzbranche besonders hoch. Die niedrigen Zinsen im Euro-Raum belasten seit Jahren die Erträge, Spaniens Wirtschaft liegt am Boden und das Coronavirus wütet dort so schlimm wie in kaum einem anderen europäischen Land. Vor ein paar Monaten besiegelten Bankia und Caixabank einen Zusammenschluss zum größten Geldhaus Spaniens. Im Oktober verkündeten Unicaja und Liberbank Fusionsgespräche.

          Weitere Themen

          N26 verliert Deutschlandchef

          Neobank : N26 verliert Deutschlandchef

          Die Berliner Smartphonebank verliert mit Georg Hauer einen ihrer wichtigsten Manager. Seine neue Aufgabe hat ironischerweise mit Geldwäscheerkennung zutun - ein Feld, das N26 Probleme bereitete.

          Topmeldungen

          Wird die Sondierungsgespräche zusammen mit Annalena Baerbock führen: Robert Habeck

          Grünen-Vorsitzender Habeck : Jetzt nur nicht über Posten reden

          Robert Habeck will die Grünen beruhigen – und sie ermahnen, nicht über mögliche Rollen in einer neuen Bundesregierung zu sprechen. Schon gar nicht über seinen Plan, Vizekanzler zu werden.
          Winfried Kretschmann am Dienstag in Stuttgart.

          Zu wenige Gemeinsamkeiten? : Kretschmann zweifelt an der Ampel

          Bei den Grünen sind viele für ein Bündnis mit der SPD. Doch der grüne Ministerpräsident von Baden-Württemberg hadert mit einer Koalition, die von den Sozialdemokraten angeführt wird. Die Union wäre ihm als Partner lieber.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.