https://www.faz.net/-gv6-9635g

Klausel ändern : Bausparkassen zahlen hohe Zinsen länger

Die niedrigen Zinsen bringen die Bausparkassen in eine schwierige Lage. Durch alte Verträge erhalten die Bausparer weiterhin hohe Einlagezinsen. Bild: dpa

Im Streit um Kündigungen von Bausparverträgen wollen die Bausparkassen die entsprechende Klausel anpassen. Zuvor hatte ein Gericht bereits ähnlich entschieden.

          Die Bausparkassen setzen im Streit über die umstrittenen Kündigungen auf Entspannung. Wüstenrot-Chef Bernd Hertweck sagte, dass es Anpassungsbedarf in der Klausel gebe, Bausparverträge nach 15 Jahren kündigen zu können. Grundsätzlich hält er diese Klausel aber weiterhin für sinnvoll, sagte Hertweck, der auch dem Vorstand des Verbandes der Privaten Bausparkassen angehört. Dieser hatte im Herbst vor dem Landgericht Berlin eine Niederlage erlitten, da die Richter die in seinen Musterverträgen enthaltene Klausel in zwei Punkten für nicht zulässig hielten.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Zuvor hatte das Landgericht Stuttgart diese Klausel der Landesbausparkasse Südwest untersagt. Sie hatte schon im Jahr 2005 ein vertragliches Kündigungsrecht aufgenommen, wonach Bausparverträge 15 Jahre nach Vertragsabschluss gekündigt werden können, solange der Kunde kein Darlehen abruft. Ähnlich hatte auch das Landgericht Karlsruhe in einem Verfahren mit der Badenia geurteilt, weil die Klausel die Bausparer unangemessen benachteilige.

          Im Februar 2017 hatte der Bundesgerichtshof die Kündigung von Bausparverträgen für rechtmäßig erklärt, wenn der Bausparvertrag schon zehn Jahre zuteilungsreif ist, aber der Sparer seinen Kredit nicht abruft. Die sehr niedrigen Zinsen bringen die Bausparkassen in Ertragsnot. Die Kunden sind nicht bereit, auf die hohen Einlagenzinsen aus den alten Verträgen zu verzichten. Auf der anderen Seite wollen sie die im Vergleich zu gegenwärtigen Angeboten der Banken teuren Bauspardarlehen nicht abrufen.

          Weitere Themen

          Bundesbank zieht rote Linien für Libra & Co.

          Digitales Geld : Bundesbank zieht rote Linien für Libra & Co.

          Die Bundesbank sieht großes Potential für Facebooks Libra und andere Digitalwährungen. Diese müssten jedoch den Zielen der Geldwertstabilität folgen und die Regeln für einen fairen Wettbewerb einhalten.

          Topmeldungen

          Sommer in New York

          Gefährliche Hitzewelle : Amerikas Sommer der Extreme

          In vielen Gegenden Amerikas herrschen derzeit gefährlich hohe Temperaturen. Städte wie New York müssen sich in Zukunft auf noch extremere Sommer einstellen, warnen Klimaforscher.
          Boris Johnson: Favorit auf das Premierministeramt in Großbritannien

          Großbritannien : CDU traut Boris Johnson positive Überraschung zu

          Boris Johnson dürfte heute das Rennen um die Regierungsspitze für sich entscheiden. Aus der CDU bekommt er Lob für seine Intelligenz. Der frühere Premier Tony Blair hält einen Brexit ohne Abkommen für ausgeschlossen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.