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Fonds für Dummies (3) : Wie man Fonds kauft

Beim Fondskauf ist es ähnlich wie bei der Ernährung. Der ausgewogene Mix macht es aus. Bild: dpa

Gerade unerfahrenen Anlegern werden immer wieder Investmentfonds empfohlen. Doch was ist das eigentlich? Teil 3 gibt einen Leitfaden wie man sie erwirbt und was man damit macht.

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          Wie kauft man Fonds?

          Es gibt zwei Möglichkeiten, Anteile an offenen Investmentfonds zu erwerben: über die Börse oder bei der Fondsgesellschaft (KAG). Im ersten Fall benötigt man ein Depot bei einer Bank, wo die virtuellen Anteile Anteile virtuell deponiert werden. Kaufen kann man Fondsanteile dann selbst, oder beauftragt die Bank. Kauft man selbst, benötigt man ein Depot bei einer sogenannten Direktbank, die ihre Dienstleistungen in der Regel im Internet anbietet. Man hat dann die vollständige Kontrolle, aber auch die gesamte Verantwortung. Lässt man den Bankangestellten für sich arbeiten, so teilt man diesem mit, welche Fondsanteile man kaufen und was man maximal dafür bezahlen möchte, sofern man über die Börse kauft.

          Martin Hock
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Kauft man bei der KAG, so ist das ebenfalls über ein Bankdepot möglich, sofern die betreffende Bank Fonds der gewünschten Gesellschaft vertreibt. Anteile können aber auch über Vermittler und direkt bei manchen KAG gekauft werden. Über diese kann dann auch ein Depot eingerichtet werden. Dieses lässt sich dann oft aber nur zur Verwahrung der gekauften Anteile oder anderer Fondsanteile nutzen. Es ist daher sinnvoll, ein Depot einzurichten, das auch anderen Zwecken dienen kann.

          Anteile an Geschlossenen Fonds kann man in der Plazierung beim Emissionshaus oder über spezielle Zweitmarktplattformen erwerben. Allerdings ist das Angebot dort von beschränkter Qualität, da gut laufende Fonds eher selten oder nur sehr teuer verkauft werden.

          Was kosten Fondsanteile?

          Im Falle des Kaufs an der Börse werden Gebühren für die Auftragsabwicklung fällig. Kauft man bei der KAG, so verlangt diese meist einen Aufschlag auf den Anteilspreis, in der Regel zwischen 3 und 5 Prozent. Viele Direktbanken, aber auch Vermittler bieten Vergünstigungen an, die teilweise bis zu 100 Prozent betragen. Je nach Größe des Kaufs kann ein Kauf über die Börse oder über die KAG sinnvoller sein. Das hängt von der Höhe des Aufschlags sowie dem von der KAG ermittelten Preis des Fondsanteil auf der einen Seite und den Bankgebühren sowie dem aktuellen Börsenkurs auf der anderen Seite ab.

          Darüber hinaus kostet die Verwahrung der Anteile im Depot in jedem Fall Gebühren. Auch lässt sich die KAG ihre Dienstleistungen entlohnen, indem sie einen bestimmten Gebührensatz dem Fondsvermögen entnimmt. Diese Gebühren sind trotz aller Bemühungen nicht in allen Fällen eindeutig nachvollziehbar. Für Anleger noch am aussagekräftigsten sind die summarischen „Laufenden Kosten“. Diese müssen die Gesellschaften in einem Kurzdokument ausweisen, den „Wesentlichen Anlegerinformationen“ (KID oder KIID abgekürzt). Sie betragen bei aktiv gemanagten Fonds i.d.R. zwischen 1 und 2,5 Prozent des Fondsvermögens und schmälern so dessen Ertrag. Hinzu kommt immer häufiger ein Anteil an den Gewinnen, die der Fonds erzielt hat. Diese Beteiligung wird sehr unterschiedlich gestaltet, ihre Tragweite daher für Privatanleger kaum einzuschätzen. Sie kommen aber häufig nicht zum Tragen oder fallen gering aus.

          Passive Fonds sind deutlich billiger. Hier betragen die Laufenden Kosten in der Regel zwischen 0,2 und 0,8 Prozent. Gewinnabhängige Gebühren gibt es hier in der Regel nicht.

          Die Kosten geschlossener Fonds ist ein spezielles Thema, das hier nicht weiter erläutert werden soll.

          Welcher Fonds ist der richtige?

          Geschlossene Fonds sind grundsätzlich unternehmerische Beteiligungen. Ihr Erfolg steht und fällt mit dem Projekt. Die Risiken sind daher recht hoch, und meistens muss mindestens ein kleiner fünfstelliger Betrag investiert werden. Geschlossene Fonds eignen sich daher vorzugsweise als Beimischung in wenigstens sechsstelligen Vermögen.

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