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Fonds für Dummies (2) : Das Universum der Investmentfonds

Mit Fonds können Anleger in verschiedene Vermögenswerte gleichzeitig investieren. Bild: Picture-Alliance

Gerade unerfahrenen Anlegern werden immer wieder Investmentfonds empfohlen. Doch was ist das eigentlich? Teil 2 gibt einen Überblick über die verschiedenen Fondsarten.

          Worin legen Fonds an?

          Grundsätzlich sind Fonds zu unterscheiden, die in Aktien, Immobilien, Rohstoffe oder verzinsliche Wertpapiere investieren. Bei letzterer Gattung sind Anleihen- von Geldmarktfonds zu unterscheiden. Anleihenfonds kaufen und verkaufen Schuldverschreibungen, die in der Regel frühestens nach Ablauf von zwölf Monaten zurückgezahlt werden. Geldmarktfonds legen das Geld als Termingeld in Schuldscheinen von Unternehmen oder Anleihen an, die innerhalb von zwölf Monaten zurückgezahlt werden. Rohstofffonds erwerben Rohstoffe meist nicht direkt, sondern legen in Wertpapieren an, die an die Preisentwicklung von Rohstoffen gekoppelt sind. Kauft ein Fonds unterschiedliche Vermögenswerte, wird er als Mischfonds bezeichnet.

          Was sind „Strategiefonds“?

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Manche Fonds sind nicht darauf spezialisiert, bestimmte Vermögenswerte zu erwerben, sondern verfolgen ein Konzept. Am wichtigsten sind darunter sogenannte Strategiefonds, viele davon sind auch als Hedgefonds bekannt. Hedgefonds waren im klassischen Sinne Investmentfonds, die keinen Anlagerichtlinien unterlagen und meistens sogenannte Derivate kauften. Das sind Finanzprodukte, die keine greifbaren Rechte wie Zahlungen oder Unternehmensanteile verbriefen, sondern vor allem Ansprüche. Hedgefonds haben sich einen schlechten Ruf erworben, weil sie in klassischer Manier mit einem hohen Kreditvolumen operieren, um mehr Ertrag für die Besitzer der Fondsanteile zu generieren. Dies führte in Krisenfällen immer wieder zur Zahlungsunfähigkeit von Hedgefonds-Gesellschaften. Ein weitere Vorwurf gegen Hegefonds ist, dass sie Krisen durch Spekulationen herbeiführten oder verstärkten. In den vergangenen Jahren wurde die Grenze zwischen Hedgefonds und klassischen Investmentfonds immer durchlässiger. Zahlreiche Strategiefonds sind praktisch Hedgefonds ohne Krediteinsatz.

          Was sind „Garantiefonds“?

          Garantiefonds sind Fonds, die Anlegern eine bestimmte Gewinnhöhe, mindestens aber eine maximale Verlusthöhe zusagen. Sie haben zumeist eine bestimmte vorgegebene Laufzeit und oft ein bestimmtes Volumen, so dass während der Laufzeit meist keine neuen Anteile erworben werden können. Die Garantie greift meist auch nur zum Laufzeitende, so dass die Anteile währenddessen oft nur mit Verlust verkauft werden können. Die Garantien sind zudem meist teuer, so dass der Ertrag der Fonds vergleichsweise gering ist. Darüber hinaus ist zwar das Fondsvermögen von einer Insolvenz nicht betroffen, wohl aber die Garantie, da diese als privatrechtliche Zusage in diesem Fall nicht eingelöst werden muss oder kann.

          Was sind „Zielfonds“?

          Zielfonds sind meist Mischfonds oder investieren in Dachfonds. Das wiederum sind Fonds, die in Fonds investieren. Zielfonds werden auf bestimmte Zeit errichtet und sollen einen bestimmten Ertrag zum Laufzeitende hin erbringen. Sie sind im Grunde sehr nahe bei Garantiefonds, bisweilen handelt es sich auch letztlich um Garantiefonds mit anderem Namen. Nicht jeder Zielfonds garantiert allerdings die Zielerreichung, so dass sich die beiden Kategorien Ziel- und Garantiefonds überschneiden.

          Was sind „passive“ Fonds?

          Es gibt zwei grundsätzliche Strategien, wie ein Fondsvermögen verwaltet werden kann: passiv oder aktiv. Bei passiven Fonds beschränkt sich das Management darauf, eine vorgegebene Auswahl und Gewichtung von Wertpapieren nachzukaufen oder nachzubilden. Letzteres bedeutet, dass nicht die Wertpapiere selbst erworben werden, sondern solche Derivate gekauft werden, die in ihrer Zusammenstellung dieselbe Wertentwicklung nehmen wie die vorgegebene Auswahl. Die meisten passiven Fonds werden als ETF bezeichnet. Diese Abkürzung steht für Exchange-Traded Funds, also „Börsengehandelte Fonds“. Die Bezeichnung ist insofern antiquiert, als mittlerweile weitaus mehr Fonds an der Börse gehandelt werden.

          Treffender ist daher die Bezeichnung „Indexfonds“. Diese Fonds kaufen oder bilden einen Index nach. Dabei kann es sich um einen großen Index einer Börse handeln, aber auch um einen selbst kreierten Index. Nicht jeder passiv agierende Fonds ist aber ein Indexfonds. ETFs sind in der Regel sehr viel billiger als aktiv gemanagte Fonds, bei denen ein Fondsmanager oder ein ganzes Team darüber entscheidet, welche Vermögenswerte ge- oder verkauft werden. Dafür werfen sie grundsätzlich etwas weniger Rendite ab als der zugrundeliegende Index, niemals mehr.

          Was sind „aktive“ Fonds?

          Aktiv gemanagte Fonds haben ihren Namen daher, dass hier ein Manager oder ein Managementteam aktiv Entscheidungen trifft, was gekauft werden soll. Diese Leistung kostet entsprechend mehr Geld als das Nachbauen eines Index‘. Der Vorteil ist, dass bei einem guten Management auch nach Kosten der Ertrag höher sein kann als bei Indexfonds. Das gilt besonders für Anlageklassen, in denen die Orientierung am Markt tückisch sein kann, wie etwa im Fall von Anleihen bonitätsschwacher Schuldner. Auf der anderen Seite kann der Manager aber auch daneben liegen. In der Praxis ergibt sich vor allem bei großen Märkten meist das statistisch zu erwartende Ergebnis. Das Gros der Manager schneidet nicht besser und nicht schlechter ab als der Markt.

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