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Basiswissen Zertifikate : Zertifikate nach Basiswerten

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Zertifikate gibt es auf alles mögliche. Hier die wichtigsten Basiswerte.

          Aktienanleihen

          Aktienanleihen sind Rentenpapiere mit einer in der Regel überdurchschnittlich hohen Verzinsung aber einer variablen Tilgung. Der Emittent hat das Recht, am Ende der Laufzeit die Anleihe entweder bar zum Nennwert oder mit Andienung einer im Vorhinein festgelegten Anzahl von Aktien eines bestimmten Basiswertes zu tilgen. Hiervon wird er Gebrauch machen, wenn der Wert des Aktienpakets unter dem Nennwert liegt. Aktienanleihen werden auch als „Reverse Convertibles“ bezeichnet.

          Basket-Zertifikate

          Das Charakteristikum von Basket-Zertifikate ist, dass sie sich nicht auf die Wertentwicklung eines einzigen unteilbaren Wertpapiers beziehen, sondern auf einen Korb von Wertpapieren, der nach Gutdünken vom Emittenten zusammengestellt wird. Häufig werden die Baskets nach Branchen oder unter einem bestimmten Motto zusammengestellt, etwa Wein oder Sportwetten („Wein Basket“ - ein Korb voller Spirituosen-Aktien; „Lucky Basket“ - Wette auf Wettanbieter-Aktien). Es gibt aber auch Zertifikate mit vergleichsweise willkürlicher Zusammenstellung (Rendite der „Wintertraum-Anleihe“ kann auch Traum bleiben; „TenGo“. Spielerpapier im Anleihegewand).

          Future-Zertifikate

          Future-Zertifikate basieren auf Terminkontrakten. Im Gegensatz zu diesen haben sie kein Laufzeitende, sondern werden rollierend in einen der nächstfälligen Kontrakte übertragen.

          Sie bilden dabei auch den Hebel ab, der bei Futures dadurch erreicht wird, dass die Basiswerte auf Marge, sprich auf Kredit gekauft werden. Da in das Zertifikat nicht wie bei Terminkontrakten nachgeschossen werden kann, sind die Papiere mit einem inneren Stop-Loss versehen. Wird dieser erreicht hat, wird das Zertifikat fällig. Der dabei entstehende Verlust ist in der Regel sehr hoch. Future-Zertifikate gibt es ebenso wie Futures auch in Mini-Future-Varianten mit höherem Hebel.

          Hedge Fonds-Zertifikate

          Hedge Fonds-Zertifikate sind eine Spezialform eines Basket-Zertifikats und beziehen sich auf Hedge Fonds. Die Tatsache, dass sie als eigene Zertifikateform Erwähnung finden ist historisch begründet, da sie früher eine Möglichkeit darstellten, das Verbot von Hedge Fonds in Deutschland zu umgehen.

          Index-Zertifikate

          Index-Zertifikate sind die älteste Form von Zertifikaten. Wie der Name sagt, beziehen sie sich auf einen Index und sind damit eine Sonderform eines Basket-Zertfikats. Ihre Besonderheit ist, dass die Zusammensetzung nicht vom Emittenten beeinflusst werden kann. Eine Ausnahme und Mischform zwischen Basket- und Index-Zertifikat stellen Index-Zertifikate auf vom Emittenten selbst konstruierte Indizes dar, zum Beispiel den Goldman Sachs Commodity Index (Neue Rohstoff-Zertifikate wetten auf den Ölpreis).

          Strategie-Zertifikate

          Diese Produkte beruhen auf einer Investitionsstrategie nach festgelegten Regeln. Dabei handelt es sich zumeist um so genannte quantitative Ansätze. Die Basiswerte werden dabei vom Emittenten nicht nach Gutdünken, sondern nach festgelegten Parametern ausgewählt. Es handelt sich also in der Regel um eine Spezialform eines Basket- oder Index-Zertifikats. Eine Spezialform sind Saison-Zertifikate, die auf bestimmten jahreszeitlichen Entwicklungen an den Finanzmärkten basieren und demgemäß investieren.

          Synthetische Anleihen

          Synthetische Anleihen sind Finanzderivate, die nicht originär begeben werden, sondern deren Tilgung und / oder Verzinsung sich nach einer oder mehrerer Anleihen richtet, die dem synthetischen Produkt zugrunde liegen. Sie dienen in der Regel Banken zur Absicherung von Risiken, die diesen aus den zugrunde liegenden Anleihen entstehen.

          Beliebt sind sie in der Form der „First-to-default“-Anleihe. Diese Anleihen funktionieren ähnlich wie Aktienanleihen, indem im Falle der Ausfall oder eines dem Ausfalle nahen Ereignisses bei einer der zugrundeliegenden Anleihe (Default) dies synthetische Anleihe durch Andienung einer entsprechenden Stückzahl der Default-Anleihe getilgt werden kann. In diesem Fall mildert die Bank über den Emissionserlös die Verluste aus dem Eigengeschäft.

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