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Anleihen : Zinssensitivität von Anleihen

Bei Anleihen zählt nicht nur der Kupon Bild: @unit

Ändern sich die Zinsen, werden Anleihen je nachdem mehr oder weniger wert. Für den Verkauf während der Haltedauer ist das entscheidend.

          Neben dem Kreditrisiko trägt ein Anleger beim Kauf einer Anleihe ein Zinsänderungsrisiko. Und zwar in zweifacher Hinsicht. Ist er aus einem bestimmten Grund gezwungen, das Wertpapier vor dem Fälligkeitstermin zu verkaufen, dann ist es unwahrscheinlich, dass die Zinsen am Kapitalmarkt genau auf dem Niveau sind, auf dem sie beim Kauf lagen.

          Hat er etwa eine Anleihe mit einer Laufzeit von 10 Jahren und einem Kupon von 2 Prozent gezeichnet, als der Kapitalmarktzins bei 2 Prozent lag, dann lag der Preis - zumindest theoretisch - genau bei 100 Prozent. Wollte er also 2.000 Euro investieren, so hat ihn das Investment genau 2.000 Euro * 100 Prozent, also 2.000 Euro gekostet.

          Kursgewinne und -verluste bei Anleihen

          Ist kurze Zeit später der Kapitalmarktzins von 2 auf 3 Prozent gestiegen, so änderte sich damit auch die Basis für die Bewertung seiner Anleihe. Sein zukünftiger Zahlungsstrom hat sich nicht geändert: er erhält nach wie vor jedes Jahr seinen Kupon von 2 Prozent auf das investierte Kapital.

          Allerdings wird dieser jetzt mit dem höheren Zinssatz von 3 Prozent abdiskontiert. Dadurch fällt aber der Preis seiner Anleihe von 100 Prozent auf 90,7 Prozent. Und damit natürlich auch der Zeitwert seines Investments auf 1824 Euro. Mit anderen Worten, er hätte in diesem Fall einen Kursverlust von rund 10 Prozent zu realisieren.

          Genau das Gegenteil würde passieren, wenn der Kapitalmarktzins von 2 auf 1 Prozent gefallen wäre. Der Wert der Anleihe würde von 100 auf 110,3 Prozent steigen, sein Investment wäre etwa 10 Prozent mehr wert als zuvor.

          Das Konzept der Duration

          Daraus lässt sich zumindest rudimentär das Konzept der sogenannten Duration ableiten. Die läge in diesem speziellen Fall bei etwa 10 und würde nichts anderes sagen als: wenn sich der Kapitalmarktzins um einen Prozentpunkt verändert, dann steigt oder fällt der Wert meiner Anleihe um 10 Prozent. Die Duration ist also nichts anderes, als ein Maß dafür, wie stark eine Anleihe auf eine Zinsänderung reagiert. Sie ist um so größer, je länger die Laufzeit einer Anleihe ist und je tiefer ihr Kupon.

          Das Zinsniveau hat aber nicht nur Einfluss auf den Preis einer Anleihe. Denn auch die Wiederanlage der während der Laufzeit ausbezahlten Kupons hängt natürlich davon ab. Allerdings kann dieser Effekt für Privatanleger normalerweise vernachlässigt werden.

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