https://www.faz.net/-gv6-2h14

Anlagestrategien : Der Growth-Ansatz

  • Aktualisiert am

Neuigkeiten bestimmen den Kurs Bild: FEM

Branchen wie Biotech und Datendienstleistungen sind El Dorado für wachstumsorientierte Anleger. Doch wehe, wenn der positive Nachrichtenstrom verebbt.

          Spötter könnten sagen: „Wer auf Growth setzt, hat keine Ahnung von den Unternehmen, in die er investiert.“ Darin steckt durchaus ein Körnchen Wahrheit. Anders als der „Value-Ansatz“ konzentriert sich die Growth- oder Wachstumsstrategie nämlich weniger auf die Analyse von Einzelunternehmen. Der Growth-Investor setzt vielmehr darauf, zukünftige Wachstumsmärkte frühzeitig zu erkennen.

          Aus den aussichtsreichsten Wachstumsbranchen werden dann oft die Unternehmen ausgewählt, die sich bereits größere Anteile am boomenden Markt sichern konnten. Growth-Aktien sind solche, bei denen es hohe Erwartungen bezüglich des Gewinnwachstums gibt. Diese Erwartungen betreffen sowohl das Niveau der Wachstumsrate als auch den Zeitraum, in dem diese Rate aufrecht erhalten werden kann.

          Entscheidend ist der Nachrichtenfluss

          Paradebeispiele für Wachstumsbranchen waren in der Vergangenheit etwa Telekomausrüster, der Biotech- und der Logistiksektor. Auf längere Sicht trauten ihnen Experten lange Zeit zweistellige jährliche Zuwachsraten zu - El Dorado für Growth-Anleger. Jetzt nur noch die aussichtsreichsten Kandidaten herausfiltern und vom Boom profitieren.

          Schön wär's gewesen. Wie Anleger in den vergangenen Jahren teils schmerzlich erfahren mussten, ist es so einfach nun doch nicht. Der Segen der Wachstumstitel, die Phantasie, ist nämlich gleichzeitig ihr größter Fluch. Werden Wachstumshoffnungen enttäuscht, straft der Markt seine einstigen Lieblinge gnadenlos. Eine der großen Wachstumsbranchen ist dieser Tage entsprechend die Internet/Social-Media-Branche. Doch egal um welches Wertpapier es auch immer geht. Es stellt sich stets die Frage:

          Wie kann sich eine Aktie die stetige Bewunderung der Börse sichern? Das Erfolgsgeheimnis liegt in einem kontinuierlichen Strom positiver Nachrichten. Die schönsten Nachrichten sind natürlich steigende Umsatz- und Gewinnzahlen. Aber auch etwa ständig neue Produktideen als Ausweis ungebrochener Innovationskraft beglücken die Börse und deren Marktteilnehmer.

          Rechtzeitig ans Verkaufen denken

          Integraler Bestandteil einer erfolgreichen Growth-Strategie ist es auch, die Aktie systematisch zu verkaufen, sobald sich der positive Nachrichtenstrom ins Negative verkehrt. Das Musterbeispiel in Deutschland für das Platzen einer Growth-Blase ist und bleibt der Neue Markt mit dem Hightech-Boom:

          Diese Titel waren die Träger des stürmischen Aufschwungs bis ins Frühjahr des Jahres 2000. Aber genauso wurde auch der darauf folgende Absturz von ihnen angeführt. Die danach einsetzende Serie der Gewinnwarnungen, die reihenweise Wachstumshoffnungen zerplatzen ließen, hielt selbst zwei Jahre nach dem Zenit der Werte an.

          „Value“-Titel, also auf Aktien mit einer bewährten, langfristigen Geschäftsgrundlage, lösen zwar weniger Phantasie aus, sind aber auch nicht so anfällig für Verstimmungen der Börse. Langzeit-Untersuchungen haben ergeben, dass sich Value- und Growth-Titel in unregelmäßigen Abständen in ihrer Favoritenrolle abwechseln und auch dass sich die Erfolge der beiden Anlagestrategien in ganz langer Sicht in etwa auch die Waage halten.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.