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Mitarbeiter im Homeoffice : Banken streichen ihre Büroflächen zusammen

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Frankfurter Bankentürme: So manche Etage dürfte in Zukunft nicht mehr gebraucht werden. Bild: Frank Rumpenhorst

Nun machen die deutschen Banken ernst: Weil immer mehr Mitarbeiter von zu Hause arbeiten, wird die Bürofläche rapide zusammengestrichen. Deutsche Bank und BayernLB nehmen eine Vorreiterrolle ein.

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          Banken in Deutschland streichen ihre Büroflächen rapide zusammen, da immer mehr Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten. Dabei nehmen Branchenvertreter wie die Deutsche Bank AG und BayernLB eine Vorreiterrolle in Europa ein. Zwar haben ausländische Konkurrenten wie Credit Suisse, UBS und UniCredit ebenfalls angekündigt, dass sie letztlich weniger Büroflächen nutzen werden. Doch nur wenige sind dabei so konkret geworden, wie die Banken in Deutschland.

          BayernLB hat eine Desk-Sharing-Vereinbarung mit dem Betriebsrat geschlossen, die 70 Prozent Schreibtische für 100 Prozent der Belegschaft von 2022 an vorsieht, erklärte Vorstandschef Stephan Winkelmeier unlängst in einem Bloomberg-Interview. Die Deutsche Bank gibt mehrere Stockwerke in einem ihrer Gebäude in Hameln auf, wie eine Sprecherin auf Nachfrage sagte. Die DZ Bank arbeitet an einem neuen Raumkonzept für die Bank, bei dem aus derzeit 1,1 Arbeitsplätzen je Mitarbeiter bald nur noch 0,7 werden sollen, sagte Vorstand Thomas Ullrich in einem Bloomberg-Interview.

          Statt sechs Gebäude nur noch eines

          BNP Paribas Deutschland will in ihrer neuen Zentrale in Frankfurt nur Arbeitsplätze für 60 Prozent der Mitarbeiter vorhalten, sagte Deutschlandchef Lutz Diederichs vergangenen Monat bei einer Konferenz. HSBC Deutschland will Ende des Jahres in Düsseldorf rund 55 Prozent weniger Bürofläche belegen als noch Anfang 2020 – statt sechs Gebäuden nutzt HSBC bald nur noch einen Komplex in der Hansaallee, sagte ein Sprecher.

          Ausgelöst wurde die Reduktion der Büroflächen vor allem durch die starken Mobilitätseinschränkungen während der Covid-19-Pandemie, die viele Bankmitarbeiter erstmals für längere Zeit ins Homeoffice gezwungen hatten. Im Juni lag der Anteil der Beschäftigten, die zumindest teilweise im Homeoffice arbeiteten, bei gut 28 Prozent, zeigte eine am Montag veröffentlichte Ifo-Studie. Da es bei der Heimarbeit kaum Probleme gibt, sind die Banken dazu übergangen, aus der Not eine längerfristige Strategie zu machen.

          Die meisten Institute haben inzwischen flexible Arbeitsrichtlinien erlassen, die es vielen Angestellten ermöglichen, an zwei oder drei Tagen pro Woche von zu Hause aus zu arbeiten. Infolgedessen sind Banken vermehrt von der festen Zuweisung von Arbeitsplätzen auf Modelle umgestiegen, bei denen Mitarbeiter jeweils einen freien Schreibtisch wählen, wenn sie in die Bank kommen.

          Der Abbau von Büroflächen verspricht den Banken hohe Einsparungen, erfolgt jedoch meist langsam, da Mietverträge lange laufen oder eine vorzeitige Kündigung hohe Ausgleichszahlungen nach sich ziehen kann. Zudem haben viele Banken erst vor kurzem entschieden, wie sie künftig mit dem Thema Homeoffice umgehen wollen. In einigen Fällen war die Verkleinerung der Bürofläche aber auch schon vor der Pandemie geplant.

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