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Deutsche Bank und Commerzbank : Banken-Nachrichten verpuffen an der Börse

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Konkurrenten: Wolkenkratzer von Deutscher Bank und Commerzbank in Frankfurt Bild: Wolfgang Eilmes

Die guten Geschäftszahlen der Deutschen Bank und die neue Strategie der Commerzbank lassen die Aktionäre weitgehend kalt, obwohl an der Börse insgesamt recht positive Stimmung herrscht.

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          Gute Quartalszahlen der Deutschen Bank haben die Investoren am Donnerstag ebenso wenig überzeugt wie die Zustimmung des Aufsichtsrats der Commerzbank zu deren Sparplänen. Die Papiere der Deutschen Bank verloren mehr als 1 Prozent, die der Commerzbank fanden sich mit einem deutlichen Minus von 3,6 Prozent am M-Dax-Ende .

          Die Deutsche Bank erzielte 2020 erstmals seit sechs Jahren wieder einen Nettogewinn. Dieser fiel im vierten Quartal zudem deutlich höher aus als erwartet. Auch sprach die Bank von einem dynamischen Handelsgeschäft 2021.

          Das alles konnte dem Aktienkurs aber nicht helfen. Mit Blick auf die Kosten und die Risikovorsorge für gefährdete Kredite sprach Analyst Kian Abouhossein von JP Morgan der Deutschen Bank zwar sein „vollstes Vertrauen“ aus; vorsichtiger zeigte sich der Experte indes hinsichtlich der Erträge in nahezu allen Geschäftsfeldern der Bank. Im wichtigen Geschäft mit festverzinslichen Anleihen rechnet Abouhossein 2022 mit geringeren Erträgen als von der Bank in Aussicht gestellt. Er hielt an seiner neutralen Positionierung für die Aktien fest.

          Die Commerzbank will sich derweil nach einem Milliardenverlust im Corona-Jahr 2020 mit harten Einschnitten fit machen für eine erfolgreichere Zukunft. Weltweit werden 10.000 Vollzeitstellen gestrichen, in Deutschland reduziert das Institut die Zahl der Filialen drastisch von 790 auf 450. Der Aufsichtsrat billigte am Mittwoch mehrheitlich die Sparpläne des Vorstands bis 2024.

          DT. BANK

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          Dem Aktienkurs half dies aber nicht. Auch hier könnte der Grund in der Unsicherheit hinsichtlich der Einnahmen liegen. Bis 2023 dürfte die Commerzbank zwar 70 Prozent der Einsparungen realisieren, merkte Analystin Martina Matouskova vom amerikanischen Investmenthaus Jefferies an. „Aber das Management muss erst noch Überzeugungsarbeit leisten, dass es bei sinkenden Kosten auch die Vorgaben für die Umsätze erfüllt“, zeigte sich die Expertin skeptisch. Sie riet weiterhin zum Halten der Aktien.

          Möglicherweise hatten sich Anleger in den vergangenen Monaten aber auch schon etwas zu weit vorgewagt. Sowohl der Commerzbank-Kurs als auch der der Deutschen Bank hatten sich von den Tiefständen im März 2020 bis vor einigen Wochen mehr als verdoppelt. Der Kurs der Commerzbank war von 2,80 auf fast 6 Euro gestiegen und der der Deutschen Bank von 4,45 auf mehr als 10 Euro. Die Aktien hatten damit den europäischen Bankensektor weit hinter sich gelassen.

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