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Fondskäufe : Bank von Japan mutiert zum drittgrößten Aktionär Japans

Auch die Handelskette Fast Retailing gehört zu einem Großteil der Bank of Japan. Bild: Reuters

Japans Zentralbank ist mit ihrer expansiven Geldpolitik zu einem der größten Anteilseigner des Landes geworden. In mehr als 800 Unternehmen gehört sie zu den zehn wichtigsten Aktionären.

          Als Folge ihrer außergewöhnlich lockeren Geldpolitik ist die japanische Zentralbank zu einem der größten Aktionäre des Landes geworden. Nach Berechnung der Wirtschaftszeitung Nikkei ist die Bank von Japan nun mit einem Volumen von geschätzt mehr als 17 Billionen Yen (137 Milliarden Euro) nach dem staatlichen Pensionsfonds und der Anlagegesellschaft Blackrock der drittgrößte Anleger des Landes.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Der Ankauf von börsengehandelten Indexfonds (ETF) und Immobilienfonds (J-Reit) spielt in der Geldpolitik der Bank von Japan indes eine geringere Rolle als die weitaus größeren Ankäufe von Staatsanleihen. Schon im Herbst 2010 hatte die Zentralbank mit dem Kauf dieser privatwirtschaftlichen Wertpapiere begonnen. Unter Gouverneur Haruhiko Kuroda, der 2013 die sogenannte Politik der quantitativen und qualitativen Lockerung begann, wurden die Käufe kräftig ausgeweitet. Seit Juli vergangenen Jahres kauft die Zentralbank im Jahr ETFs im Wert von etwa 6 Billionen Yen (48 Milliarden Euro).

          Advantest, Fast Retailing, Taiyo Yuden

          Mit den steten Ankäufen stützt die Bank den Aktienmarkt und auch einzelne Unternehmen. In 833 der in Japan börsengehandelten 3675 Unternehmen gehört die Bank nun zu den zehn größten Aktionären, hat die Zeitung Nikkei berechnet. In 14 Unternehmen hält die Zentralbank gar mehr als 10 Prozent der Aktien.

          Der Zentralbank gehören 16,6 Prozent an Advantest, das Testsysteme für Halbleiter herstellt, 15 Prozent an Fast Retailing, der Muttergesellschaft der auch international bekannten Bekleidungskette Uniqlo und 14,1 Prozent an Taiyo Yuden, das elektronische Bauteile herstellt.

          Dabei nimmt die Bank von Japan keinen Einfluss auf die Geschäftspolitik. Die Käufe der börsengehandelten Fonds werden von treuhänderisch agierenden Banken abgewickelt, die auch die Aktionärsstimmrechte der Zentralbank wahrnehmen. Die Zentralbank versucht durch strikte Regeln für die Obergrenze ihrer Anteile, eine Marktlenkung zu vermeiden. Verzerrungen durch ihre Eingriffe streitet die Zentralbank unter anderem mit dem Argument ab, dass sich ihre Aktienbestände insgesamt auf weniger als 3 Prozent der Marktkapitalisierung beliefen.

          Für einzelne Unternehmen könnte eine sehr große Beteiligung durch die Bank von Japan dennoch zum Problem werden, sollte die Zentralbank irgendwann in der Zukunft entscheiden, ihre Fondsanteile zu verkaufen. Dazu zeigt Gouverneur Kuroda bislang aber gar keine Neigung.

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