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Financial Times : Großbank wirft FT Agenda-Journalismus vor

  • Aktualisiert am

Das Logo der UBS mit den drei Schlüsseln Bild: Reuters

Die renommierte Finanzzeitung Financial Times sieht sich schweren Vorwürfen gegen ihre Berichterstattung über die Großbank UBS aber auch über den Zahlungsabwickler Wirecard ausgesetzt.

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          Die Schweizer Großbank UBS hat der Financial Times (FT) agenda-getriebenen Journalismus vorgeworfen. Dabei geht es um die Berichterstattung über das laut FT schwächelnde Investmentbanking und die angeblich kriselnde Vermögensverwaltung der UBS.

          In einer Meldung auf dem Kurznachrichtennetzwerk Twitter sprach die UBS am Dienstag in einem für die Finanzbranche ungewöhnlich scharfen Ton von einer „beschämenden Berichterstattung“ durch den FT-Journalisten Stephen Morris. Die Grundaussage seiner Artikel bleibe negativ, obwohl laut UBS positive Äußerungen von Analysten vorlägen und die Bank im Vergleich zu ihren amerikanischen Konkurrenten auf einer starken Position stehe.

          Auch gegen die Berichterstattung der Financial Times über den deutschen Zahlungsabwickler Wirecard sind schwere Vorwürfe laut geworden. Demnach sollen Journalisten der Zeitung angeblich gemeinsame Sache mit Leerverkäufern gemacht haben, die auf sinkende Wirercard-Kurse gewettet haben sollen.

          Zu diesen Vorwürfen hat sich die Financial Times am Dienstag geäußert. „Angesichts der Schwere der Anschuldigungen habe ich entschieden, eine externe Überprüfung unserer Berichterstattung über diese hoch umstrittene Geschichte einzuleiten“, sagte Lionel Barber, Herausgeber der Financial Times laut einer Mitteilung auf der Webseite der Zeitung. Mit der unabhängigen Untersuchung sei die Londoner Anwaltsfirma RPC beauftragt.

          Der Ruf der FT als verlässliche Quelle von Nachrichten fuße laut Barber auf ihrem journalistischen „Goldstandard“, ihrer Integrität und einem gewissenhaften Umgang mit Genauigkeit. Das Unternehmen Wirecard sei seit Jahren Gegenstand von Recherchen der FT gewesen.

          Das für Wirecard zuständige Redaktionsteam steht laut der FT-Mitteilung unter der Leitung des Journalisten Paul Murphy, der rund 30 Jahre Erfahrung im Finanzjournalismus besitze. „Die FT weist die Anschuldigungen zurück“, sagte Herausgeber Barber und bezeichnete die Vorwürfe als einen Ablenkungsversuch, der weitere Berichte über Wirecard verhindern solle.

          Am Montag hatte das Handelsblatt über schwere Anschuldigungen Wirecards gegenüber der Financial Times berichtet. Wirecard sieht sich danach als Opfer von Leerverkaufsattacken und habe die Zeitung aufgefordert, „von jeder Veröffentlichung abzusehen, die direkt oder indirekt zu Marktmanipulation oder Insiderhandel im Zusammenhang mit Wirecard-Aktien führen könnte“.

          Der Grund: Es gebe „unwiderlegbare Beweise für eine Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern der Financial Times und Short-Sellern“, zitiert das Handelsblatt aus einem Brief der von Wirecard beauftragten Anwaltskanzlei an die FT. Demnach soll es eine Tonaufnahme eines Gesprächs geben, in dem ein britischer Spekulant von einem bevorstehenden kritischen Artikel in der Financial Times berichtet und sagt, dass er eine Handelsposition von fünf Millionen britischen Pfund aufgebaut habe.

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