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Entgegen den Prognosen : Britische Notenbank hält Leitzins konstant

  • Aktualisiert am

Die Bank of Englan in London, Großbritannien. Bild: Reuters

Für Mai hatten Analysten eigentlich einen Anstieg des Leitzinses in Großbritannien prognostiziert. Schwache Konjunkturdaten haben jedoch zu einer Stimmungsumkehr bei den britischen Geldhütern geführt.

          Die britische Notenbank hält ihren Leitzins angesichts der schwächelnden Konjunktur stabil. Der Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld werde bei 0,5 Prozent belassen, gab die Bank of England (BoE) am Donnerstag bekannt. Die Entscheidung fiel mit sieben zu zwei Stimmen. Noch vor wenigen Wochen war an den Finanzmärkten mit einer Zinsanhebung im Mai gerechnet worden, doch trübte sich die Konjunktur zuletzt merklich ein. Viele Experten rechnen nun erst im August mit einer Zinserhöhung.

          „Die wirtschaftlichen Aussichten für Großbritannien bleiben wegen der Unsicherheiten durch den Brexit getrübt“, sagte Notenbankchef Mark Carney zu den Folgen des für März 2019 geplanten Austritts aus der Europäischen Union, der viele Unternehmen mit Investitionen zögern lässt. „Trotz des
          begrüßenswerten Abkommens über eine Übergangszeit müssen die Bedingungen, unter denen das Vereinigte Königreich über diesen Zeitraum hinaus mit der EU Handel treiben wird, noch festgelegt werden.“ Das sorge für Verunsicherung.

          Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im ersten Quartal lediglich um 0,1 Prozent und damit so langsam wie seit 2012 nicht mehr. Die Euro-Zone schaffte ein Plus von 0,4 Prozent. Höhere Zinsen können die Wirtschaft weiter bremsen, da sie Kredite für Investitionen und Konsum teurer machen.

          Die Notenbank senkte nach dem schwachen Jahresauftakt die Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr auf 1,4 von bislang 1,8 Prozent. Für 2019 und 2020 werden jeweils 1,7 Prozent erwartet, nachdem bislang jeweils 1,8 Prozent vorausgesagt worden waren.

          Die Notenbank hatte ihren Leitzins Anfang November von dem Rekordtief von 0,25 Prozent auf das jetzt gültige Niveau gehievt. Die Währungshüter reagierten damit auf die stark gestiegene Inflation: Seit dem Anti-EU-Votum vom Juni 2016 hat das Pfund deutlich abgewertet, wodurch sich Importe verteuern. Die Inflation ist mittlerweile aber wieder auf dem Rückmarsch. Sie betrug im April 2,5 Prozent – nachdem es zu Jahresbeginn noch 3,0 Prozent waren.

          Das britische Pfund ist nach der Zinsentscheidung zu anderen wichtigen Währungen unter Druck geraten. Das britische Pfund fiel zum Euro auf ein Tagestief von 1,1353 Euro. Zuvor hatte das Pfund noch bei 1,1456 Euro notiert. Auch der amerikanische Dollar legte zum Pfund zu. Der Eurokurs weitete seine Gewinne zum Dollar bis zum Mittag weiter aus. Die Gemeinschaftswährung wurde mit 1,1884 Dollar gehandelt, nachdem er am Morgen noch bei 1,1850 Dollar notiert hatte.

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