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Quartalsbilanz : Bank of America stark im Zinsgeschäft

Der Marienturm im Frankfurter Bankenviertel ist der Europa-Sitz von Goldman Sachs Bild: Bilderrepublik

Der Quartalsgewinn der zweitgrößten US-Bank sinkt nur leicht. Konkurrent Goldman Sachs plant unterdessen, Geschäftssparten zusammenzulegen. Auch die Digitalbank „Marcus“ ist offenbar betroffen.

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          Die Bank of America (BofA) hat im dritten Quartal von ihrer tiefen Verwurzelung im Privatkundengeschäft profitiert. Stärker als bei ihren Wettbewerbern schlugen die positiven Effekte aus der Zinswende der amerikanischen Notenbank auf ihren Nettogewinn durch, während die Gebühreneinnahmen auch bei der BofA im für sie allerdings weniger bedeutsamen Investmentbanking im Marktdurchschnitt um knapp 50 Prozent einbrachen.

          Hanno Mußler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die zweitgrößte US-Bank erreichte zwischen Anfang Juni und Ende September einen Gewinn nach Steuern von 7,1 Milliarden Dollar. Dies ist mehr als von der Fachwelt zuvor erwartet worden war, auch deshalb gehörte die BofA-Aktie am Montag zu den Tagesgewinnern an der Wall Street. Der Gewinnrückgang von 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal ist angesichts der Rezessionsgefahren moderat. Damit schnitt BofA auch besser ab als ihre amerikanischen Rivalen.

          BK OF AMERICA

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          Vier große US-Banken haben schon am Freitag ihre Quartalsbilanz vorgelegt: JP Morgan verdiente netto 17 Prozent weniger, der Gewinnrückgang der Citigroup betrug 25 Prozent, bei Morgan Stanley 29 Prozent und bei Wells Fargo sogar 31 Prozent. Im Vergleich mit Deutsche Bank und Commerzbank, die im guten Jahr 2021 netto 2,4 Milliarden Euro und 0,4 Milliarden Euro verdienten, erscheinen die Quartalsergebnisse der US-Banken trotz der in diesem Jahr geringen Aktivität der Firmenkunden bei Zukäufen mit 9,7 Milliarden Dollar (JP Morgan), 3,5 Milliarden Dollar (Citigroup und Wells Fargo) sowie 2,6 Milliarden Dollar (Morgan Stanley) wie aus einer anderen Bankenwelt.

          Neuorganisation bei Goldman Sachs

          Während die Deutsche Bank am 26. Oktober ihre Quartalszahlen vorlegt, fehlt von den großen US-Banken nur noch die Quartalsbilanz von Goldman Sachs, die am Dienstag veröffentlicht wird. Im Vorfeld berichtete das „Wall Street Journal“, Goldman Sachs plane seine Struktur zu verändern. Demnach sollen Investmentbanking und Handelsgeschäft ebenso zusammengelegt werden wie das Asset-Management mit dem Wealth Management einschließlich der mit viel Vorschusslorbeer gestarteten Digitalbank „Marcus“, die aber offenbar kaum vom Fleck kommt.

          Dagegen brummt bei der Bank of America das Privatkundengeschäft, das mit 3,1 (Vorjahresquartal: 3,0) Milliarden Dollar den Löwenanteil zum Nettogewinn von 7,1  Milliarden Dollar beitrug. Der Überschuss im Geschäft mit niedrigen Einlagen- und höheren Kreditzinsen wuchs um 24 Prozent. Bei Konkurrent JP Morgan stieg der Zinsüberschuss sogar um 34 Prozent auf einen neuen Rekordwert.

          Aber bei dieser Bank wurde der Gewinn stärker belastet durch 808 Millionen Dollar an Rückstellungen für faule Kredite und zusätzlich 729 Millionen Dollar Nettoabschreibungen auf Kredite. JP-Morgan-Chef Jamie Dimon befürchtet eine schwere Rezession und dann weitere Kursrückgänge an den Kapitalmärkten um 20 bis 30 Prozent. Die BofA dagegen wirkt optimistischer. Sie bildete mit Blick auf eine sich abschwächende Konjunktur nur eine moderate Risikovorsorge von 378 Millionen Dollar. Auch ist es für BofA anders als für JP Morgan nicht untypisch, wenn das Investmentbanking mit 2,0 (Vorjahresquartal: 2,5) Milliarden Dollar weniger zum Gewinn beiträgt als das Privatkundengeschäft.

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