https://www.faz.net/-gv6-8wfmt

Kommentar zu Bankgebühren : Negativzinsen für alle

Banken wälzen die von der EZB verordneten Lasten zunehmend auf die Kunden ab. Jetzt nehmen die ersten Sparkassen sogar Gebühren fürs Geldabheben. Und das ist wohl noch nicht das Ende der Fahnenstange.

          Wer immer noch nicht erkennt, dass die von der Europäischen Zentralbank verhängten Negativzinsen für Banken jeden treffen, muss schon ziemlich blind sein. Schon länger können viele Pensionskassen, Versorgungswerke und Fonds ihre Zusagen an viele Altersvorsorgesparer nicht halten, weil die Europäische Zentralbank mit ihren Anleihekäufen die Renditen für sichere Anleihen dermaßen gesenkt hat.

          Auch die Banken wälzen die von der EZB verordneten Lasten zunehmend auf die Kunden ab. Viele schränken ihren Service ein: Sie schließen Filialen. Sie erheben Negativzinsen, wenn auch zunächst nur für „Reiche“. Und sie erhöhen die Gebühren rund um das Girokonto – für alle.

          Diese Maßnahmen erreichen immer neue Dimensionen. Jetzt nehmen sogar die ersten Sparkassen Gebühren, wenn die Kunden bei ihnen ihr Geld vom Konto holen wollen. Das Ende der in Deutschland bislang noch kostenlosen Bargeldversorgung innerhalb bestimmter Bankengruppen – Sparkassen, VR-Banken, private Banken – dürfte damit eingeläutet sein.

          Denn die Sparkassen sind Marktführer, sie setzten damit die Standards. Weitere Zumutungen dürften bald folgen. Als Kunde ist es daher durchaus sinnvoll, einmal über einen Bankenwechsel nachzudenken, der zudem in der heutigen Zeit einfach durchzuführen ist.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Der bange Blick auf die Fed

          Amerikas Leitzins : Der bange Blick auf die Fed

          Diese Woche trifft sich die amerikanische Notenbank Fed zu ihrer letzten Sitzung in diesem Jahr. Was sagen die Zentralbanker zur Geldpolitik im kommenden Jahr?

          Topmeldungen

          Polizeiskandal in Hessen : Die Frau, die über die Ermittlungen wacht

          Dass Sabine Thurau nun für die Ermittlungen zu einem mutmaßlich rechtsradikalen Netzwerk innerhalb der hessischen Polizei verantwortlich ist, gefällt nicht jedem. Denn die Juristin ist gefürchtet – wegen ihres harten Vorgehens gegen Verfehlungen von Polizisten.
          Viel mehr Weiß wird es auch dieses Mal nicht geben.

          Meteorologie : Wie wird denn nun der Winter?

          Den Wettertrend einer ganzen Jahreszeit vorherzusagen war bislang Spökenkiekerei. Nun gibt es eine neue Prognosemethode.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.