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Kundenservice : Bayerische Sparkassen bringen Bargeld nach Hause

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Wo ist der nächste Geldautomat? Bild: Foto Materfile

Die Bayrische Sparkasse bietet ihren Kunden einen neuen Service – die Bargeldlieferung in die eigenen vier Wände. Kunden in Orten ohne Geldautomat erhalten sogar Bustickets.

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          Wenn die letzte Bank oder Sparkasse im Ort schließt, bangen viele Kunden vor allem um die Versorgung mit Bargeld. Sparkassen in Bayern wollen es ihnen notfalls nach Hause liefern: Wenn kein Geldautomat erreichbar sei, könne Geld auch zu den Kunden gebracht werden, sagt der bayerische Sparkassenpräsident Ulrich Netzer. „Dieses Angebot wird bislang aber nur von wenigen Kunden genutzt.“ Auch Bus-Tickets für die Fahrt zur nächsten Filiale oder mobile Geschäftsstellen hätten einige Sparkassen schon im Angebot. Netzer hatte vor wenigen Wochen angekündigt, dass in diesem Jahr bis zu 220 der rund 2200 Filialen in Bayern geschlossen werden sollen, weil die Kunden immer mehr Bankgeschäfte im Internet erledigten. Ziel sei es aber, an möglichst vielen der betroffenen Standorte zumindest ein Selbstbedienungsgerät zu erhalten.

          Sparkassen verdienten lange gut daran, für Kredite mehr Geld zu kassieren, als sie ihren Kunden an Zinsen fürs Sparen zahlten. Doch die Differenz zwischen den Ausleihungen und Spareinlagen, der Zinsüberschuss, wird tendenziell kleiner, weil die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins auf null gesenkt hat.

          Als Folge der Zinspolitik erheben erste Sparkassen Gebühren für hohe Geldeinlagen. Geschäftskunden müssten zum Teil ein „Verwahrentgelt“ für Anlagesummen im Millionenbereich zahlen, sagte Netzer. „Wir können das Geld nicht auf Dauer im eigenen Tresor halten.“ Die Geldaufbewahrung bei der EZB kostet Banken inzwischen 0,4 Prozent Strafzins. Dieser müsse bei hohen Summen aus wirtschaftlichen Gründen zumindest teilweise an die Kunden weitergegeben werden. „Das machen inzwischen auch andere Banken so.“

          Aufbewahrung im eigenen Haus als Option

          So erheben auch Volks- und Raiffeisenbanken in Einzelfällen Gebühren für hohe Anlagesummen. „Es gibt erste Banken unter unseren Mitgliedern, die einen Auslagenersatz fordern, wenn Firmenkunden größere Millionenbeträge auf dem Konto liegen haben“, sagte Jürgen Gros, Vorstand in der Dachorganisation der bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken.

          Für Privatkunden sind Strafzinsen aber bislang kein Thema, betonte der bayerische Sparkassen-Präsident: „Unser Ziel ist, von normalen Sparern keinen Negativzins zu verlangen.“ Völlig ausgeschlossen seien diese auf lange Sicht aber nicht. Es sei fraglich, wie lange die jetzige Situation der Zins-Politik für die Geldinstitute noch auszuhalten sei. Ähnlich hatte sich jüngst auch der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon, geäußert.

          Als Konsequenz aus den hohen Gebühren für die Geldaufbewahrung bei der EZB haben mehrere Sparkassen schon darüber nachgedacht, das Geld im eigenen Tresor zu lagern. Bislang habe aber noch kein Institut damit begonnen, sagte Netzer. Sollten die Strafzinsen bei der EZB aber noch weiter steigen, könne die Aufbewahrung im eigenen Haus eine Option sein.

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