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Bald 3 Billionen Euro : Frankreichs Schuldenlast wächst

Die französische Staatsverschuldung ist im ersten Quartal um weitere 88,8 Milliarden Euro auf nunmehr 2901,8 Milliarden Euro gestiegen.

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          Die französische Staatsverschuldung ist im ersten Quartal dieses Jahres um weitere 88,8 Milliarden Euro auf nunmehr 2901,8 Milliarden Euro gestiegen. Das teilte das nationale Statistikamt Insee am Freitag mit. Im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung kommt Frankreich damit auf einen Schuldenstand von 114,5 Prozent. Das ist knapp doppelt so viel wie nach den Maastricht-Kriterien zulässig (60 Prozent), liegt über dem Durchschnitt in der Eurozone (knapp 100 Prozent) und erklärt sich nur zum Teil durch die pandemiebedingten Mehrausgaben. So notierte der Schuldenstand schon zu Beginn der ersten Amtszeit von Präsident Emmanuel Macron Mitte 2017 bei rund 100 Prozent und blieb es bis zum Ausbruch der Corona-Krise Anfang 2020.

          Niklas Záboji
          Wirtschaftskorrespondent in Paris

          „Frankreich kann es sich nicht leisten, eine solche Schuldenlast an seine Jugend weiterzugeben“, mahnte der Gouverneur der französischen Notenbank Banque de France, François Villeroy de Galhau, diese Woche in der Tageszeitung „Le Figaro“. Er forderte in den kommenden Jahren eine Rückkehr unter das Niveau von 100 Prozent Schuldenlast – umso mehr angesichts der steigenden Zinssätze. „Ein Anstieg der Zinssätze um einen Prozentpunkt bedeutet in zehn Jahren fast 40 Milliarden Euro mehr an Zinsen jedes Jahr“, so Villeroy de Galhau. Es sei „eine Illusion zu glauben, dass unsere Schulden noch kosten- und grenzenlos sind“. Lag der Zinssatz für zehnjährige französische Staatsanleihen Anfang dieses Jahres noch bei knapp 0 Prozent, ist er zuletzt merklich gestiegen. Am Freitag notierte er bei knapp 2 Prozent.

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