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Anzeige erstattet : Bafin verdächtigt „FT“-Journalisten im Fall Wirecard

Wirecard stand einige Wochen lang schwer unter Beschuss. Bild: EPA

Wegen des Verdachts der Marktmanipulation hat die Bundesanstalt für Finanzaufsicht Anzeige erstattet. Zudem laufen Ermittlungen gegen einen Journalisten der Financial Times. Bald könnten die Spekulationen wieder losgehen.

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          Der Streit zwischen dem deutschen Zahlungsabwickler Wirecard und der britischen Wirtschaftszeitung „Financial Times“ ist um eine neue Facette reicher. Jetzt hat sich die Bundesanstalt für Finanzaufsicht (Bafin) eingeschaltet, weil sie offenkundig nach eigenen Recherchen einen Zusammenhang in der Berichterstattung der „FT“ und den Kursturbulenzen der Wirecard-Aktie sieht.

          Henning Peitsmeier
          Wirtschaftskorrespondent in München.

          „Wir haben Anzeige an die Staatsanwaltschaft München I wegen des Verdachts der Marktmanipulation in Form einer Short Attacke in Aktien der Wirecard AG erstattet“, sagte eine Sprecherin der Behörde. „Wir prüfen den Fall in alle Richtungen, unsere Untersuchungen wegen anderer potentieller Marktmanipulationen in Aktien der Wirecard AG dauern an.“

          Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt ohnedies seit zwei Monaten gegen den „FT“-Journalisten Dan McCrum „wegen Vergehens nach dem Wertpapierhandelsgesetz.“ McCrum, Kopf des FT-Blogs „Alphaville“ veröffentlicht schon seit Jahren kritische Artikel über Wirecard. Aber erst eine Reihe von Berichten über Unregelmäßigkeiten bei einer Wirecard-Gesellschaft in Singapur, beginnend am 30. Januar dieses Jahres, setzte dem Dax-Konzern erheblich zu und sorgte für Kursverluste von mehr als 8 Milliarden Euro.

          Die Bafin vermutet nun, dass Spekulanten, die auf fallende Kurse wetten, bereits vor dem Erscheinen der „FT“-Artikel sogenannte Leerverkaufspositionen aufgebaut haben können. Den Münchner Strafverfolgern liegt seit acht Wochen die brisante Aussage eines Leerverkäufers vor, der zugegeben haben soll, vorab über die „FT“-Artikel informiert worden zu sein. Die „FT“ hatte derartige Vorwürfe und Unterstellungen zurückgewiesen. Wirecard wollte sich am Dienstag nicht äußern.

          Am 18. Februar hatte die Bafin Leerverkäufe der Wirecard-Aktie untersagt. Karfreitag läuft das Leerverkaufsverbot ab. Nach Ostern könnten die Spekulationen aufs Neue losgehen. Ob das Verbot aber im Lichte der neuen Verdächtigungen noch einmal verlängert wird, scheint noch nicht entschieden zu sein. Am 25. April legt Wirecard die Bilanz für das vergangene Geschäftsjahr vor. Auch dieses Datum wäre für Spekulanten ein willkommener Anlass, um mit Gerüchten den Aktienkurs von Wirecard zu beeinflussen.

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