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Marktvertrauen bedroht : Bafin verbietet Leerverkäufe von Wirecard-Aktien

  • Aktualisiert am

Das Dax-Unternehmen Wirecard kommt nicht zur Ruhe. Bild: Reuters

Die Finanzaufsicht BaFin verbietet mit sofortiger Wirkung neue Leerverkaufspositionen in Wirecard-Aktien. Dem Aktienkurs tut dies vorbörslich gut.

          Die Finanzaufsicht Bafin hat neue Spekulationen auf fallende Aktienkurse beim Zahlungsdienstleister Wirecard untersagt. Von sofort an sei es verboten, neue Netto-Leerverkaufspositionen in Aktien der Wirecard AG zu begründen oder bestehende Netto-Leerverkaufspositionen zu erhöhen, teilte die Behörde am Montag in Bonn mit. Leerverkäufer sind Spekulanten, die mit fallenden Kursen Geld verdienen.

          Die Allgemeinverfügung gilt zunächst bis zum 18. April. Die Behörde begründete ihr Verbot mit ungünstigen Entwicklungen, die eine ernstzunehmende Bedrohung für das Marktvertrauen in Deutschland darstellten. In den  vergangenen Tagen seien massive Unsicherheiten an den Finanzmärkten feststellbar gewesen. Auslöser dafür sei die Preisentwicklung der Wirecard-Aktie gewesen.

          Der Aktienkurs von Wirecard steigt am Montagmorgen zu Handelsbeginn um 7,5 Prozent auf 107,35 Euro. Dieser überraschende Schritt sei äußerst positiv für die arg gebeutelten Aktien, sagte ein Händler.

          In jüngster Zeit glich der Verlauf des Börsenkurses von Wirecard einer Achterbahnfahrt. Derart große Kursschwankungen sind bei Dax-Konzernen sehr ungewöhnlich. Die Münchner Staatsanwaltschaft und die Bafin hatten sich eingeschaltet - und zuletzt wurden auch noch in den Vereinigten Staaten erste Sammelklagen eingereicht.

          WIRECARD

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          Die „Financial Times“ hatte in den vergangenen Tagen und Wochen mehrere Berichte über angebliche Geldwäsche- und Betrugsvorgänge in der Wirecard-Niederlassung in Singapur. veröffentlicht. Wirecard dementiert, dass Regelverstöße festgestellt wurden.

          Nach Informationen der F.A.Z. soll der Staatsanwaltschaft München I die Aussage eines Leerverkäufers vorliegen, wonach der Zeuge vorab darüber informiert gewesen sein will, wann die „Financial Times“ in ihrer Onlineausgabe über Wirecard berichten würde. Die englische Zeitung dementiert dies energisch.

          Dass negative Berichte über Wirecard aus Kreisen um Leerverkäufer, die auf fallende Aktienkurse setzen, lanciert werden, war in der Vergangenheit mehrfach schon geschehen. Im Jahr 2008 waren etwa führende Mitarbeiter der „Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre“ (SdK) darin verstrickt. Die Vergehen wurden später mit Haft- und Geldstrafen geahndet.

          2016 hatte ebenfalls die „Financial Times“ einer kritischen Studie zu Publizität verholfen, die Wirecard unter anderem Betrug und Geldwäsche vorwarf. Gegen den Herausgeber der Studie hat die Staatsanwaltschaft München im Dezember deswegen ein Ordnungsgeld beantragt.

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