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Finanzaufsicht : BaFin-Präsident Branson holt Managerin von der Commerzbank

Der neue BaFin-Präsident Mark Branson setzt erste Akzente. Bild: dpa

Dem neuen Präsidenten gelingt es erstmals, Führungskräfte von Banken für die Behörde zu gewinnen. Er hat das Ziel formuliert: „Deutschland braucht eine Finanzaufsicht von Weltklasse.“

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          Der am 1. August angetretene Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Mark Branson, hat ein erstes Zeichen gesetzt: Er hat von der Commerzbank die Bereichsvorständin im Unternehmensgeschäft, Birgit Rodolphe, zur Aufsicht nach Bonn geholt. Sie wird vom 1. November an als Exekutivdirektorin den Bereich Abwicklung übernehmen. Rodolphe wird damit den in der BaFin immer wichtiger werdenden Bereich Geldwäscheprävention verantworten.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Branson, bis vor wenigen Monaten noch Chef der Schweizer Finanzaufsicht Finma, ist mit dieser Verpflichtung gelungen, seine Ankündigungen im Finanzausschuss des Bundestags kurz nach seiner Berufung im Frühjahr umzusetzen: Damals hatte der gebürtige Brite mit Schweizer Pass gesagt, dass die Arbeit in der Finanzaufsicht auch für Personal aus der Finanzbranche attraktiv sein müsse. Die Manager müssen es nach seinen Worten im mittleren Karriereabschnitt reizvoll finden, für die Aufsicht zu arbeiten. Vor den Bundestagsabgeordneten hatte Branson damals selbstbewusst gesagt: „Deutschland braucht eine Finanzaufsicht von Weltklasse.“

          Im Sog der Wirecard-Affäre

          Davon ist die Bonner Behörde, die dem Bundesfinanzministerium unterstellt ist, nach der Wirecard-Affäre weit entfernt. Vor allem die Geschäfte einiger Mitarbeiter mit Aktien des insolventen Zahlungsdienstleisters haben das Vertrauen in der Öffentlichkeit beschädigt. Am Mittwoch musste Branson mit der Ernennung von Thomas Pötzsch zum neuen Exekutivdirektor für Wertpapieraufsicht und Vermögensverwaltung eine letzte Lücke schließen, die durch das umstrittene Leerverkaufsverbot der BaFin für Wirecard-Aktien im Frühjahr 2019 und die Strafanzeige gegen zwei über das damalige Dax-Unternehmen kritisch berichtende Journalisten der Financial Times gerissen wurde.

          Für das Leerverkaufsverbot soll sich Elisabeth Roegele, damals oberste Wertpapieraufseherin der BaFin, starkgemacht haben. Sie musste Anfang des Jahres zusammen mit Bransons Vorgänger Felix Hufeld gehen, nachdem die BaFin einen Mitarbeiter wegen Verdachts auf Insiderhandel mit Wirecard-Aktien angezeigt hatte. Bislang war Pötzsch für Abwicklung und Geldwäsche zuständig. „Diese Verstärkung des Führungsteams der BaFin ist ein wichtiger Schritt“, erklärte Branson.

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