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Bafin-Chef Hufeld : „Nicht jede nervöse Marktreaktion ist durch Fakten gedeckt“

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Bafin-Chef Felix Hufeld Bild: Wolfgang Eilmes

Der Chef der deutschen Finanzaufsicht sorgt sich um die Banken. Er warnt im Interview mit der F.A.S. aber vor Panikmache. Und sagt, wieso er nicht an eine „wundersame Großfusion“ in der Branche glaubt.

          Der Präsident der deutschen Finanzaufsicht Bafin, Felix Hufeld, sorgt sich um die Banken. „Die niedrigen Zinsen fressen sich wie ein schleichendes Gift in die Bankbilanzen hinein“, sagte Hufeld in einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Das ständige Abschmelzen der Zinserträge sei eine Bedrohung, auf die die Banken zeitnah reagieren müssten. „Man wird um schmerzhafte Einschnitte nicht herumkommen.“

          Die schwierige Lage der Deutschen Bank wollte Hufeld nicht kommentieren. Er sagte aber: „Ich warne davor, sich in eine Art Abwärtsspirale der negativen Wahrnehmung hineintreiben zu lassen. Nicht jede nervöse Marktreaktion ist durch objektive Fakten gedeckt." Richtig sei, dass es für jede große Bank Sanierungs- und Abwicklungspläne gebe.

          Hufeld sagte der F.A.S., er erwarte, dass es auf dem deutschen Bankenmarkt in Zukunft vermehrt zu Fusionen kommen werde - vor allem zwischen kleineren Instituten der Genossenschaftsbanken und Sparkassen. An eine „allheilende, wundersame Großfusion“, die alle Probleme über Nacht beseitige, glaube er aber nicht, sagte Hufeld, ohne die Deutsche Bank und die Commerzbank namentlich zu erwähnen.

          Der Aktienkurs der Deutschen Bank hat eine turbulente Woche hinter sich. Zu Wochenbeginn brach er ein nach Spekulationen um die drohende Milliarden-Strafzahlung im Streit mit dem amerikanischen Justizministerium. Bankchef John Cryan meldete sich mehrfach zu Wort, sogar die Bundesregierung trat auf den Plan. Am Freitag dann erholte sich der Kurs nachdem ein Bericht die Runde machte, dass das Geldhaus „nur“ etwas mehr als 5 Milliarden Dollar Strafe zahlen müsse und nicht 14 Milliarden.

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