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Tim Kanning (kann.)

Verdacht auf Insiderhandel : Bärendienst für die Fondsbranche

  • -Aktualisiert am

Bild: Max Kesberger

Mit erheblicher krimineller Energie soll sich ein Fondsmanager um neun Millionen Euro bereichert haben. Solche Skandale schaden der ganzen Branche.

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          Der Verdacht auf Insiderhandel bei der Union Investment ist schon der zweite schwere Imageschaden für das aktive Fondsmanagement in Deutschland in diesem Jahr. Schon beim Skandal um Wirecard sahen einige Stars der Branche – darunter Tim Albrecht von der DWS, aber auch einige bekannte Gesichter von der Union Investment – gar nicht gut aus, weil sie trotz der vielfältigen Betrugshinweise noch kurz vor Schluss „all in“ gegangen sind.

          Teils bis zur erlaubten Obergrenze pumpten sie ihre Fonds mit Wirecard-Aktien voll und brockten ihren Anlegern dann Verluste ein, als das Lügengerüst und der Kurs des Zahlungsdienstleisters schließlich zusammenbrachen. Die privaten Aktiengeschäfte, mit denen sich einer der profiliertesten Fondsmanager der Union Investment um 9 Millionen Euro bereichert haben soll, mögen dessen Kunden zwar nicht geschädigt haben.

          Den Ruf der sehr mit Vertrauen und Bodenständigkeit werbenden Fondsgesellschaft ramponiert der Vorfall aber kräftig. Seitdem die sehr viel günstigeren passiven Indexfonds (ETF) immer mehr Anleger überzeugen, müssen aktive Fondsmanager beweisen, dass sie ihr Geld wert sind. Solche Skandale helfen da nicht.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

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