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Kommentar zu Auto1 : Wasser im Wein

  • -Aktualisiert am

Schnell geliefert: Autohero ist eine Marke von Auto1 Bild: Autohero

Der Frankfurter Handelsplatz ist um einen Tech-Wert reicher. Doch der erfolgreiche IPO von Auto1 kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele deutsche Unternehmen lieber in New York an die Börse gehen.

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          Schon wieder eine Verlustbude, die mit mehr als zehn Milliarden Euro völlig überbewertet wird? Oder doch das Geschäftsmodell der Zukunft, Autos über das Internet zu verkaufen und vor die Haustür zu liefern? Die Frankfurter Börse ist um einen Tech-Wert reicher. Das Kursfeuerwerk an der Frankfurter Börse spricht für die großen Hoffnungen der Anleger. Tech zieht eben.

          Es ist ein Feiertag für den Kapitalmarkt. Ein junges Unternehmen, aufgebaut mit der Tatkraft der Gründer und dem Geld mutiger Investoren, schafft in acht Jahren mehr als 4000 Arbeitsplätze, zu einem Gutteil im Bergmannkiez in Berlin. Ein Marktführer in Europa. Genau das können Finanzinvestoren leisten. Und im Idealfall forciert die Börsennotiz und das eingeworbene Geld die weitere unternehmerische Entwicklung.

          Wasser im Wein ist lediglich, dass sich mal wieder anfangs kein deutscher Investor für das Unternehmen interessierte. Und dass die Deutsche Börse mit ihrer Preispolitik dafür sorgte, dass das Unternehmen lieber mit seiner eigenen Glocke in Berlin läutete, als einen sechsstelligen Betrag für das Börsen-Event zu zahlen.

          New York lockt

          Die Unternehmen können sich ihre Börsenplätze frei aussuchen. Die Investoren sitzen meist in London und New York. Die deutschen Impfstoffunternehmen Curevac und Biontech entschieden sich für den Börsengang in New York. Also bitte keine Börsenkandidaten wegen der Preise für die Häppchen vergraulen, sondern besser mit tiefer Verbeugung den roten Teppich für die Kunden ausrollen, sonst wird der Bogen um Frankfurt künftig noch größer.

          Daniel Mohr

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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