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Banken herabgestuft : Erste Opfer des Immobilienbooms in Australien

In Sydney kostet Wohnraum mittlerweile im Schnitt eine Millionen australische Dollar. Bild: AFP

Die Häuserpreise steigen, die Einkommen nicht: Droht in Australien eine Immobilienkrise? Die Fachleute einer Ratingagentur sorgen sich zusehends.

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          Australiens Firmen bekommen die hohen Hauspreise zu spüren. In der Metropole Sydney kostet Wohnraum im Schnitt mehr als eine Million Australischer Dollar (680.340 Euro). Nun haben die Analysten der Ratingagentur Moody’s die vier Großbanken des Landes herabgestuft, weil sie wachsende Risiken in deren Anlagen für Immobilien sehen. Die Fachleute der Deutschen Bank warnen zugleich vor den Problemen, in die der Appartement-Entwickler Marvic geraten könnte.

          Christoph Hein
          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Immobilienkredite für Wohnungen und Häuser machen rund 60 Prozent des Kreditportfolios der Großbanken aus. Die steigenden Immobilienpreise auf der einen Seite und die stagnierenden Löhne auf der anderen haben das Verhältnis von Verschuldung der Privathaushalte zu deren verfügbaren Einkommen auf 189 Prozent steigen lassen. Das ist einer der höchsten Werte der Welt.

          Schnellster Rückgang seit 16 Jahren

          „Die Risiken des Häusermarktes sind in den vergangenen Jahren sehr deutlich gestiegen. Die Verschuldung der Haushalte wird zu einem wichtigen Thema“, heißt es bei Moody’s. Allerdings ist der Zusammenbruch des Immobilienmarktes nicht das Schlüsselszenario der Analysen. Die Banken Australia & New Zealand Banking Group Ltd., Commonwealth Bank of Australia, National Australia Bank Ltd. und Westpac Banking Corp. wurden dennoch alle von Aa2 auf Aa3 herabgestuft. Der australische Dollar verlor daraufhin gegenüber dem amerikanischen Dollar 0,5 Prozent.

          Die Konkurrenz von der ebenfalls in den Vereinigten Staaten ansässigen Ratingagentur Standard & Poor’s hat schon praktisch alle australischen Finanzinstitutionen herabgestuft. Allerdings ließen deren Analysten ausgerechnet die vier Großbanken aus. Ihre Überlegung: Im Falle einer Krise werde die Regierung in Canberra für sie einstehen.

          Die Einschränkungen der Regierung, die etwa den Zugang für ausländische Käufer massiv verteuert hat, dürften als erstes den Appartementbau treffen. Deshalb haben die Analysten der deutschen Bank die Aktie des börsennotierten Entwicklers Mirvac auf „halten“ herabgestuft. Zwar rechnet die Bank erst für das Jahr 2019 mit einer Erhöhung des Leitzinses durch die Notenbank.

          Doch erwartet sie schon jetzt weiter steigende Zinsen und Gebühren der Banken für solche Kunden, die nur einen Kredit bei ihnen gezogen haben. Im ersten Quartal ist der Bau von Wohnungen in Australien um 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken – dies war der schnellste Rückgang seit 16 Jahren.

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