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Die Bafin und die Banken : Aufsicht zeigt Zähne

Über den Frankfurter Bankentürmen ziehen dunkle Wolken auf. Drohende Rezession und dann wahrscheinlichen Kreditausfälle bereiten der Aufsicht Sorgen. Bild: dpa

Bafin-Präsident Branson ermahnt die Banken zurecht zu einer höheren Vorsorge. Denn zu Übermut besteht kein Anlass.

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          Als der damalige Bundesfinanzminister und heutige Bundeskanzler Olaf Scholz unter dem Eindruck des Wirecard-Debakels seine Reformpläne zur Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) vorstellte, wollte er eine „Aufsicht mit Biss“ schaffen. Dazu holte er von der Schweizer Finanzaufsicht Mark Branson. Dieser kommt in den Banken an, obwohl er mit ihnen nicht auf Kuschelkurs geht. Bevor er zubeißt, zeigt er seine Zähne. Damit liegt Branson richtig.

          Denn die Banken stehen vor schwierigen Zeiten, auch wenn die Märkte derzeit eher auf einen milden Rezessionsverlauf setzen. Deshalb muss eine „Aufsicht mit Biss“ nun Zweifel anmelden, damit aus Zuversicht nicht Übermut wird. Rechtzeitige Vorsorge ist besser, um nicht später von einer Kreditausfallwelle überrollt zu werden.

          Schließlich können die Banken auf die nun aufzustockenden Eigenkapitalpuffer zurückgreifen, wenn die Wirtschaft wieder auf den Erholungspfad zurückgefunden hat. Dass das Kreditgeschäft zurückgeht, liegt nicht an der Aufsicht, sondern an dem schwierigen Umfeld, in dem die Kreditnachfrage sinkt.

          Markus Frühauf
          Redakteur in der Wirtschaft.

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