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Versorger-Aktie im Fokus : Auf einmal ist die RWE-Aktie wieder attraktiv

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Der deutsche Versorger RWE setzt neue Milliarden auf Ökostrom. Bild: Reuters

RWE hat deutlich mehr verdient als erwartet. Ein bekannter Branchenanalyst hat den Versorger auf die Liste der stärksten Kaufempfehlungen gestellt - trotz einer Schwachstelle im robusten Zahlenwerk.

          Der Dax bleibt am Mittwoch bislang in Schlagdistanz zur runden Marke von 12.000 Punkten. Im frühen Handel hatte er sie überklettert, danach aber wieder etwas aus den Augen verloren. Zuletzt notierte der Leitindex bei 11.985,04 Punkten mit minus 0,05 Prozent nur wenig verändert.

          Am Vortag hatte sich der Index nach einlenkenden Worten von Präsident Donald Trump in Sachen Handelskrieg mit China um rund ein Prozent erholt, ohne jedoch den Sprung über die 12.000 Zähler zu schaffen.

          Die Berichtssaison hierzulande setzte sich fort mit Zahlen von RWE aus dem Dax. Der am Vortag schon spürbare Optimismus bei den Aktionären von RWE für den nun vorgelegten Quartalsbericht hat sich am Mittwoch ausgezahlt. Die Papiere des Versorgers setzten ihre jüngste Rally fort und kletterten mit einem Kursanstieg um 3,4 Prozent auf 23,50 Euro an die Dax-Spitze.

          Damit stehen sie nun auf ihrem höchsten Stand seit einem Monat. Am Vortag hatten Vorschusslorbeeren den Aktienkurs bereits um 2,6 Prozent nach oben getrieben. Ein Händler sprach von einem sehr soliden ersten Quartal des Versorgers, das die Kursstärke unterstreiche.

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          Durch die fortgesetzte Rally hoben sich die Aktien am Mittwoch klar positiv ab vom Konkurrenten Eon, dessen Papiere um die ausgezahlte Dividende bereinigt um etwa 1 Prozent sanken - und so wegen eines pessimistischeren Analystenkommentars zu den schwächeren Werten im Dax zählten. Eon hatte am Mittwoch 43 Cent an seine Aktionäre ausgezahlt.

          Der Energieriese hat vor dem geplanten Umbau zu einem der größten europäischen Ökostromkonzerne seinen Gewinn deutlich gesteigert. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei im ersten Quartal auf 510 Millionen Euro von zuvor 299 Millionen Euro geklettert, teilte der Versorger mit. Finanzchef Markus Krebber betonte, dass der Konzern nach der Transaktion mit E.ON seine Geschäfte mit Milliardeninvestitionen vorantreiben werde.

          Analysten loben das operative Ergebnis

          Der angesehene Branchenanalyst Alberto Gandolfi von Goldman Sachs lässt neuerdings eine klarere Präferenz für RWE erkennen: Am Dienstag hatte er sich vorab schon optimistisch zu den nun vorgelegten Zahlen gezeigt, nun beließ er die Aktie auf seiner Liste der stärksten Kaufempfehlungen, während er Eon mit Verweis auf einen steigenden Verschuldungsgrad von „Buy“ auf „Neutral“ abstufte. Dies lasse bei Eon keinen Fehler-Spielraum bei den erhofften Synergien aus der Innogy-Übernahme. Außerdem drohe es die Investitionen in die Infrastruktur zu erschweren.

          E.ON

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          Bei RWE lobten Börsianer vor allem das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda), das die Erwartungen im ersten Quartal deutlich übertroffen habe - trotz eines schwachen Abschneidens in der Stromerzeugung außerhalb Deutschlands. Tanja Markloff von der Commerzbank sieht nun die Chance, dass der Energiekonzern im Laufe des Jahres seinen Ausblick anheben könnte - abhängig vom Stromhandelsgeschäft, das im vergangenen Quartal der größte Treiber für die positive Überraschung gewesen sei. Seine Jahresprognose hatte RWE am Mittwoch bestätigt.

          Allerdings fand Gandolfi in dem sehr robusten Zahlenwerk eine Schwachstelle, und zwar im angestiegenen Schuldenstand - auch wenn RWE die Entwicklung hier selbst als erwartungsgemäß bezeichnete. Er führte dies auf einen deutlichen Mittelabfluss zurück, den RWE zur Sicherung von Terminmarktgeschäften ableisten musste. Der Markt habe hier zwar mit einem Umschwung gerechnet, die meisten Marktteilnehmer hätten diesen Prozess aber deutlich langsamer erwartet, betonte der Experte.

          Für die Anleger war dies am Mittwoch aber kein Grund, um die Aktien nicht zu kaufen. Mit dem Kurssprung steuert die RWE-Aktie mit großen Schritten auf ihren höchsten Stand seit 2015 zu, den sie im März diesen Jahres bei 24,54 Euro markiert hatten. Seitens der Charttechnik befindet sich die RWE-Aktie jetzt sowohl in kurzfristigen, mittelfristigen als auch in langfristigen Aufwärtstrends, da der Kurs am Dienstag die 20-Tage-Linie gekreuzt hat.

          In diesem Jahr gehören die Papiere mit einem Anstieg um fast 25 Prozent bislang zu den besten Dax-Werten. Die Eon-Aktie wurde so in den vergangenen Monaten schon deutlich abgehängt: Sie hat seit Jahresbeginn nur etwas mehr als 5 Prozent zugelegt.

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